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  • Aufstieg und Krise der Partei Die Linke

    Berlin (dpa). Nach der Vereinigung von PDS und westdeutscher WASG konnte Die Linke zahlreiche Wahlerfolge verbuchen. Doch nach der Bundestagswahl 2009 brachen immer deutlicher Gräben in der Partei auf. Besonders nach der Krebserkrankung von Parteichef Lafontaine entbrannte ein Machtkampf.

    Die Entwicklung im Überblick:

    16. Juni 2007: Die Linke entsteht auf dem Gründungsparteitag in Berlin. Die ostdeutsche Linkspartei.PDS verschmilzt mit der westdeutschen Wahlalternative Arbeit & Soziale Gerechtigkeit (WASG), die unter anderem aus von der SPD enttäuschten Politikern besteht. Gleichberechtigte Vorsitzende werden Oskar Lafontaine von der WASG und Lothar Bisky von der PDS.

    27. Januar 2008: Die Linke befindet sich im Aufwind. Sie schafft in Hessen erstmals den Einzug in den Landtag. Sie will Zünglein an der Waage spielen und eine rot-grüne Minderheitsregierung tolerieren. Doch der Versuch der SPD unter Andrea Ypsilanti scheitert an Abweichlern aus den eigenen Reihen.

    30. August 2009: Mit Wahlerfolgen in Sachsen, Thüringen und dem Saarland ist die Partei in elf Landtagen vertreten - im September folgt mit Schleswig-Holstein der 12. Landtag. Allerdings kommt es weder in Thüringen noch im Saarland - wo die Partei mit dem Spitzenkandidaten Oskar Lafontaine aus dem Stand 21,3 Prozent erreicht - zur erhofften Regierungsbeteiligung.

    27. September 2009: Bei der Bundestagswahl wird die Linke hinter Union, SPD und FDP viertstärkste Kraft, 11,9 Prozent bedeuten ein unerwartet gutes Ergebnis, die Partei hat nun 76 Abgeordnete, die Zahl der Mitglieder steigt auf knapp 78 000. Bei der Landtagswahl in Brandenburg wird eine rot-rote Regierungsmehrheit erreicht.

    9. Oktober 2009: Bei der Klausurtagung der Linksfraktion im brandenburgischen Rheinsberg verzichtet Parteichef Lafontaine überraschend auf den Fraktionsvorsitz.

    6. November 2009: In Potsdam wird Matthias Platzeck von SPD und Linken zum Brandenburger Ministerpräsidenten gewählt. Es ist nach Berlin die zweite Regierungsbeteiligung der vereinigten Partei. Mehrere Stasi-Enthüllungen bei der Linkspartei sorgen für harsche Kritik am rot-roten Bündnis.

    16. November 2009: «Der Spiegel» berichtet - ohne Angabe konkreter Quellen - über ein angebliches Liebesverhältnis von Lafontaine mit der Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht. Die Gerüchte sollen aus der Partei gestreut worden sein.

    17. November 2009: Parteichef Lafontaine gibt bekannt, dass er an Krebs erkrankt ist und sich einer Operation unterziehen wird. Der Thüringer Fraktionschef Bodo Ramelow stößt eine Nachfolgedebatte an und sorgt für heftigen Widerspruch aus der Partei.

    11. Januar 2010: Im wochenlangen Machtkampf an der Spitze der Partei gerät Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch durch Äußerungen von Fraktionschef Gregor Gysi immer stärker unter Druck. Bartsch habe sich gegenüber dem erkrankten Lafontaine illoyal verhalten. Er habe Informationen an den «Spiegel» gegeben.

    15. Januar 2010: Bartsch kündigt an, nicht mehr für das Amt des Bundesgeschäftsführers zu kandidieren. In den letzten Wochen sei eine Situation entstanden, die die Politikfähigkeit der Partei gefährde. Er soll am 21. Januar Fraktionsvize im Bundestag werden.

    23. Januar 2010: Lafontaine verkündet seine Entscheidung: Er will im Mai nicht erneut für den Vorsitz kandidieren und sein Bundestagsmandat aufgeben.

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