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    New YorkUnvergesslich: Vor 40 Jahren starb Louis Armstrong

    Es war ein Ende, wie es sich viele wünschen: Am 6. Juli 1971 entschlief Louis Armstrong im Alter von 69 Jahren friedlich. Der Tod des größten Jazzmusikers aller Zeiten jährt sich an diesem Mittwoch zum 40. Mal.

    Louis Armstrong
    Louis Armstrong ("Satchmo") bei einem Auftritt in der Jahrhunderthalle Höchst 1965.
    Foto: DPA

    «Er war herzkrank und starb am frühen Morgen daheim im eigenen Bett, seine Lucille neben sich», sagt Deslyn Dyer, die im Haus der Armstrongs Besucher aus aller Welt herumführt. Nur zwei Tage vor seinem Tod hatte «Pops», wie er liebevoll genannt wurde, noch mit Freunden und Nachbarn im Garten seinen angeblichen Geburtstag gefeiert.

    Dass Armstrong mit seinem Geburtstagsdatum geschummelt und sich dabei sogar älter gemacht hatte, wurde erst nach seinem Tod bekannt. In der Sacred Heart Church in New Orleans tauchte die Amtsurkunde mit dem Geburtsdatum 4. August 1901 auf. Doch dieses Datum war Louis offensichtlich nicht grandios genug. Schon zu Beginn seiner Karriere änderte er es in den 4. Juli 1900 um und kombinierte so den amerikanischen Unabhängigkeitstag mit dem Aufbruch ins neue Jahrhundert.

    Sein bescheidenes Häuschen an der 107. Straße des New Yorker Stadtbezirks Queens ist heute ein Museum, der Garten dahinter ein kleines Paradies. Dort lebten Louis und Lucille Armstrong 30 Jahre lang, erzählt Dyer. Auch als «Satchmo» Weltruhm erlangt hatte und das Geld für ein feudales Penthouse über den Dächern von Manhattan gehabt hätte, blieb das Ehepaar, wo es sich unter seinesgleichen fühlte. «Man kann Armstrongs Bescheidenheit hier förmlich spüren», findet Dyer.

    Der Spitznamen «Satchmo» wurde dem schwarzen Musikgenie für seine breiten Lippen angehängt, mit denen er das Mundstück seiner Trompete umfasste. Satchmo steht für «satchel mouth» und heißt so viel wie Taschen- oder Quadratmund.

    Auch zu Armstrongs angeblichen 110. Geburtstag an diesem Montag (4. Juli) steht das Haus in Queens Kleine-Leute-Viertel Corona für jedermann offen. Sein Totenbett wurde entfernt, aber die Küche ist noch genauso überwältigend blau wie zu Lucilles Lebzeiten. Auch das Wohnzimmer sei kaum verändert, sagt Dyer. Wer sich die Zeit nimmt, kann den Aufzeichnungen des weisen alten Mannes lauschen. Über tausend Stunden hatte Louis Armstrong teils allein, teils mit Freunden im Gespräch über Gott und die Welt auf Band gesprochen.

    «Das Haus ist vielleicht nicht das schönste», schrieb er ein Jahr vor seinem Tod, «doch wer es betritt, das Heim der Armstrongs, der findet viel Gemütlichkeit und Glücklichsein.» Das Gefühl des Glücks hatte der «König des Jazz» auch in seinem vielleicht bekanntesten Hit besungen, «What a Wonderful World». Menschen glücklich machen, das konnte er, auf der Bühne wie im Leben: Immer mit einem Augenzwinkern und einem Lachen, das alle ansteckte.

    Louis wuchs in der Armut des kreolischen Viertels von New Orleans auf. Die Eltern trennten sich bald Jahre nach seiner Geburt. Er war gerade zwölf, als er auf der Straße mit einer Pistole herumfuchtelte und von der Polizei in ein Heim für Herumtreiber gesteckt wurde. Dort lernte er mehrere Instrumente spielen, darunter auch die Trompete. Später gab er seine Musik auf Flussdampfern zum Besten. Mit denen gelangte er - wie auch der Jazz - von New Orleans den Mississippi hinauf bis nach Chicago. Dort traf er Joe «King» Oliver, seinen Mentor, und lernte richtige Bühnen und Studios kennen.

    Anfang der 30er Jahre galt Armstrong als der beste Jazz-Trompeter der Welt. Dass er mit seiner Reibeisenstimme auch unverwechselbar singen konnte, obendrein selbst komponierte, seine eigene Band aufbaute und als erster Schwarzer eine eigene Radioshow bekam, machte ihn zu einem Star, wie der Jazz ihn nie wieder erlebt hat.

    Mitte der 60er Jahre schaffte Armstrong sogar, was niemand einem Jazzer zugetraut hätte. Seine Hits «What a Wonderful World» und «Hello, Dolly» vertrieben die Beatles von den ersten Plätzen der US- Charts. Insgesamt hinterließ das Jahrhundertgenie weit über tausend Plattenaufnahmen, solo und mit den Besten seiner Zeit.

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