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    RudolstadtRudolstadt feierte Tanz und Folk

    Deutschlands größtes Festival für Weltmusik platzt aus allen Nähten.

    DumChak
    Ganz nah am Publikum: Die Gruppe DumChak aus Israel spielte beim Weltmusik-Festival in Rudolstadt.
    Foto: DPA

    Nicht nur, dass erstmals in der Geschichte des Tanz- und Folkfestes (TFF) der Hof der Rudolstädter Heidecksburg am Samstagabend wegen Überfüllung geschlossen werden musste. Mancher Festivalbesucher in der Thüringer Stadt steht gleich mehrmals vor verschlossenen Türen: Der Jodel-Workshop in der Stadtbibliothek - dicht, die Talkrunde mit dem schwedischen A-Capella-Quartett Kraja im Schminkkasten - ausgebucht. Doch die Fans sind eisern, harren trotz aller Regenschauer mit Schirm oder Regencape im dichten Gedränge aus.

    Von Donnerstag bis Sonntag wurden nach Veranstalterangaben täglich im Schnitt rund 23 000 Besucher gezählt und das trotz gestiegener Kartenpreise und widrigen Wetters. Rund 1000 Musiker zeigten beim TFF insgesamt ihr Können.

    Erlebt die Weltmusik einen neuen Hype in Deutschland? Was die CD-Verkäufe angeht, kann der Bundesverband Musikindustrie dazu keine Auskunft geben. Das Genre «Weltmusik» werde in den Statistiken nur zweitrangig erfasst, erklärt Expertin Britta Lüerßen. Denn die Grenzen etwa zum Jazz, Pop oder zur Volksmusik seien fließend. Zahlen gibt es nur für Country und Folk, die 2010 nur 1,6 Prozent des Umsatzes der Musikindustrie ausmachten.

    «Es gibt einen Trend in Deutschland, dass Weltmusik mehr Akzeptanz findet», beobachtet TFF-Festivaldirektor Ulrich Doberenz. Doch habe Deutschland im Vergleich zu Ländern wie Spanien oder Frankreich, wo häufiger auch Superstars aus diesem Genre stammten, Nachholbedarf. Hierzulande werde dagegen Folk viel zu oft noch mit Volkstümelei verwechselt. Dass das Interesse an Weltmusik gestiegen sei, zeige deren stärkere Präsenz in den Medien. Eine weitere Erklärung hat der Vorsitzende des Verbandes PROFOLK, Maik Wolter: «Folk ist ganz viel akustische Musik - anders als Pop-Musik - und handgemacht.» Danach sehnten sich immer mehr Menschen. Sie wollten zudem den Künstler bei der Arbeit beobachten statt nur Playback geboten zu bekommen.

    So strömen von Jahr zu Jahr mehr Weltmusikfans nach Rudolstadt, wo erstmals aus Sicherheitsgründen die Zahl der Dauerkarten auf 19 200 begrenzt und das Programm auf mehr als 20 Bühnen um einen Tag verlängert wurde.

    Zur Vergabe der mit insgesamt 7500 Euro dotierten Weltmusikpreise «RUTH» am Samstagabend auf der Heidecksburg ist der rund 6000 Menschen fassende Schlosshof dennoch rappelvoll und muss gesperrt werden. Dicht gedrängt erleben die Zuschauer nicht nur die poesievolle Musik des Duos Fjarill (Globale RUTH), sondern auch den alpinen Rock Hubert von Goiserns (Deutsche RUTH) sowie anarchistische Straßenmusik Klaus von Wrochems alias Klaus der Geiger, der in rosaroter Hose und schwarzem Kapuzenpulli ebenso wie die Rundfunkjournalistin Hanni Bode mit einer «Ehren-RUTH» ausgezeichnet wurde.

    Im kommenden Jahr soll Rudolstadt vom 5. bis 8. Juli wieder die Weltmusikfans in Deutschland locken. Der Länderschwerpunkt ist dann Kolumbien, zum magischen Instrument wurde die Konzertina auserkoren, Tanz des Jahres ist der Streetdance.

    TFF Rudolstadt

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