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    «Brasil-Pop-Legende» Sergio Mendes wird 70

    Rio de Janeiro (dpa). Von Ruhestand will der brasilianische Jazzmusiker und Pianist Sergio Mendes nichts wissen. In Kürze erscheint sein neues Album «Celebrations: A Musical Journey».

    Sergio Mendes
    Die brasilianische Jazz-Legende Sergio Mendes beim International Jazz Festival in Kapstadt, Südafrika am 29.03.2008.

    Zudem arrangierte er einen Teil der Musik zu dem bald in die Kinos kommenden Film «Rio», und Anfang März gibt er in Los Angeles vier Konzerte. Seit fünf Jahrzehnten steht die «Brasil-Pop-Legende» schon auf der Bühne. Er kreierte zahllose Erfolgshits in einer Mischung aus Sambaklängen, geschmeidigen Bossa-Nova-Rhythmen und Jazz-Tönen. Seine Fangemeinde ist groß und international. Am Freitag (11. Februar) wird er 70 Jahre alt.

    Mendes wusste schon sehr früh, dass er Musik machen wollte. Sein Vater, ein erfolgreicher Arzt, hatte für den Sohn eigentlich auch eine Medizinerkarriere im Blick, ließ ihn aber auch schon mit sieben Jahren Klavier lernen. Das vibrierende Nachtleben Rios der 1950er und 1960er Jahre zog Sergio früh in den Bann. Geboren im Nachbarort Niterói streifte er schon als Jugendlicher durch die Musikbars der Stadt am Zuckerhut und traf dort auf Bossa-Nova-Legenden wie Antonio Carlos (Tom) Jobim und João Gilberto. Sie nahmen den damals 15-Jährigen unter ihre Fittiche. «Ich war immer der Jüngste, beherrschte mein Instrument aber so gut wie die Alten», erinnerte sich Mendes in einem Interview.

    Jobim («The Girl from Ipanema») war es auch, der Mendes mit in die USA nahm. Dem jungen Swinger fiel der Abschied aus Brasilien nicht schwer, denn dort übernahm 1964 das Militär die Macht. Er spielte in den USA mit Frank Sinatra und trat in der Carnegie Hall auf. Dort werden die Weichen für Weltkarrieren gestellt, wie er einmal sagte. Mit der Gründung der Band «Sérgio Mendes & Brasil '66» und dem Vertrag bei Herb Alperts Plattenfirma A&M Records legte er den Grundstein für seinen Aufstieg. Er tourte durch zahllose Länder und in den USA spielte er für zwei Präsidenten (Richard Nixon und Ronald Reagan).

    In seiner ganzen Karriere schrieb er aber nur wenige Songs selbst. Seine Stärke sind neue Arrangements alter Lieder. «País Tropical» (Jorge Ben), «The Frog» (João Donato), «Berimbau» (Baden Powell) oder «The Fool on the Hill» (Beatles) sind neben dem Top-Act «Mas que nada» nur einige. «Ich habe immer Songs gebraucht, die andere mir geschrieben haben», verriet er einmal. Dabei erfand sich der Musiker aber auch immer wieder neu. So versammelten sich zum Cross-Over-Album «Timeless» 2006 «Black Eye Peas»-Frontsänger Will.i.am, Stevie Wonder, Justin Timberlake und Erykah Badu um sein Piano.

    Es entstand unter anderem eine Bossa-Nova-Hip-Hop-Variante von «Mas que nada», die weltweit die Charts eroberte. Nach dem Album «Bom Tempo» (2010) soll nun das neue Album «Celebrations» folgen. Es ist eine Retrospektive der besten Songs des Musikers, der sich selbst als Arrangeur und Produzenten bezeichnet. Sein Heimweh nach Rio stillt Mendes, dessen Markenzeichen der Hut ist, durch häufige Besuche in Brasilien. In Los Angeles verfolgt er zudem Fußball-Spiele im brasilianischen Fernsehen. «Brasilianische Musik ist wie Fußball», zog der Musiker einmal einen Vergleich. «Sie hat dieselbe Energie, den gleichen Spaß und Freude.»

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