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    NürnbergHalbvolle Ränge - Zuschauerschwund bei der DTM

    Die Fernsehquoten steigen, doch der Zuschauerschwund an den Strecken ist eklatant. Vor dem DTM-Klassiker auf dem Norisring sorgt sich das Deutsche Tourenwagen Masters um seine Attraktivität und hofft einmal mehr auf die Zukunft - und Reformen.

    Zuschauerschwund
    Bei der DTM gab es zuletzt viele leere Sitzplätze.
    Foto: DPA

    «Unser Sport ist auf einem sehr hohen Niveau. Aber mit nur zwei Herstellern ist es schwierig, Spannung zu erzeugen», sagte Hans Werner Aufrecht, Vorsitzender des Veranstalters ITR, vor dem fünften Saisonlauf am 3. Juli der Nachrichtenagentur dpa.

    Audi und Mercedes allein gelingt es offenbar nicht, das Interesse an den Strecken stabil zu halten. Laut den offiziellen ITR-Zahlen gibt es auf den Tribünen einen deutlichen Rückgang. Zum Saisonauftakt am Hockenheimring kamen am gesamten Renn-Wochenende 58 000 Motorsport-Fans, 2010 waren es noch 78 000. Ähnlich war es im niederländischen Zandvoort mit 29 000 Zuschauern (2010: 39 000) und zuletzt am Lausitzring (63 000 statt 79 000). Spielberg war in diesem Jahr neu im Renn-Kalender, ein Vergleich ist daher nicht möglich.

    «Der Zuschauerrückgang am Lausitzring liegt in einem allgemeinen Trend», sagte der geschäftsführende Gesellschafter der Euro-Speedway Lausitz GmbH, Josef Meier. Zwar sei die Veranstaltung kein Zuschussgeschäft gewesen. Doch Meier hofft auf eine Belebung 2012, wenn BMW in die Serie zurückkehren wird. Auch Aufrecht glaubt, «dass wir mit drei Herstellern wieder einen spannenderen Wettbewerb haben».

    Zudem will sich der 72-Jährige ein Beispiel an der Formel 1 nehmen - und denkt dabei an das Energierückgewinnungssystem KERS, durch das die Überholmanöver in der Königsklasse deutlich zugenommen haben. «Die Formel 1 zeigt, wie man Spannung erzeugen kann», meinte Aufrecht. «Ich könnte mir vorstellen, dass auch wir ab 2013 mit KERS fahren können.» Man sei derzeit «im Stadium der Entwicklung».

    Es würde seiner Meinung nach auch helfen, wenn die Hersteller mehr große Namen in die DTM holten, so wie es Mercedes mit Ralf Schumacher und David Coulthard getan hat. Es gibt Gerüchte, dass auch BMW einen früheren Formel-1-Piloten präsentieren könnte. «Wir müssen mehr die Fahrer statt der Teams in den Vordergrund stellen», fordert Aufrecht.

    Im Unterschied zu seinem schwäbischen Landsmann sieht Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug in den aktuellen Zuschauerzahlen kein Problem. Er verweist darauf, dass an den Renn-Sonntagen stattdessen mehr Fans vor dem Fernseher sitzen. Die Steigerung der Quote in der ARD liege «bei über 30 Prozent». Haug denkt, dass die höheren TV-Zahlen bei der Formel 1 «auch die DTM-Werte positiv beeinflussen».

    Ohnehin könnte sich an diesem Wochenende am Norisring wieder ein anderes Bild zeigen. Der Stadtkurs in Nürnberg mit einer Länge von nur 2,3 Kilometern ist für viele Fahrer der Höhepunkt der Saison. Nirgendwo sind die Zuschauer so eng an der Strecke wie dort. 2010 und 2011 kamen an den Wochenenden jeweils 132 000 Zuschauer an den Dutzendteich. Auch dieses Mal, so glaubt Haug, gibt es «ein volles Haus». Die DTM könnte es gut gebrauchen.

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