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    MainzWissenschaftler auf der Bühne statt im Hörsaal

    Wissenschaftler kommen ja manchmal etwas freakig rüber. Beim ersten Science Slam haben sie nicht mit hoch spezialisierten Forschungesrgebnissen, sondern mit Wortbeiträgen begeistert.

    Mainz - "Ich bin eigentlich kein negativer Mensch", stellte sich Simon Harrison dem Publikum im Capitol-Kino vor. Doch dann sah der gebürtige Engländer vier Jahre lang Videos von Menschen, die "Nein" sagen: "Glaubt mir, danach war ich es." Aber was tut man nicht alles im Dienst der Wissenschaft.

    Zum ersten Mal traten am Mittwochabend in Mainz junge Wissenschaftler zum "Science Slam" gegeneinander an. Nicht zufällig erinnert der Begriff an die Poetry Slams. Hier wie dort geht es darum, das Publikum in einer festgelegten Zeit mit Wortbeiträgen zu begeistern. Doch bei den Science Slams geht es nicht um die geistigen Ergüsse verkannter Literaturgenies: Hier sollen die Zuhörer auch was lernen. "Wissenschaft ist sexy!", erklärte Biologe Christoph Larssen in seinem außer Konkurrenz laufenden Eröffnungsvortrag. "Aber nur, wenn man sie verstanden hat."

    Ja, es gibt viele Fremdwörter und nicht selten kommen die Forscher aus Leidenschaft eher freakig rüber. Auch Simon Harrisons Forschungsfeld dürfte bislang nur Eingeweihten bekannt gewesen sein. Er sammelt in der "Gestenforschung" Meriten. Und stößt auf so überraschende Erkenntnisse, wie dass die Franzosen viel mehr unterschiedliche Arten kennen, mit einer Geste "Nein" zu sagen als die Engländer.

    Da nimmt sich die Forschung vom Mainzer Lokalmatador Thomas Roessing schon etwas lebensnaher aus, wenngleich seine selbst gestellte Aufgabe geradezu Herkules'sche Ausmaße hat: Wie das Internetlexikon Wikipedia funktioniert, will der Kommunikationswissenschaftler herausfinden. Denn die darin stehenden Artikel, von denen es allein auf Deutsch mehr als eine Million gibt, sind keineswegs so frei von Meinungen, wie es den Anschein hat.

    Ob die zehnminütigen Vorträge nun gehalten sind, das Wissen der Zuschauer zu mehren, sei dahingestellt. Klausuren sollten zum Science Slam vielleicht besser nicht geschrieben werden. Doch der Andrang spricht für sich: Das Interesse auch (oder gerade) an abseitigen Themen ist da. "Nein" hat zu den Science Slammern jedenfalls keiner gesagt.

    Moritz Meyer

    Mehr Infos unter www.science-slam.net

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