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    MainzWird es auch noch in der Oberstadt enger?

    Auch in der Mainzer Oberstadt könnten die Bewohner demnächst enger zusammen rücken müssen. Dort sollen Grundstücke zwischen Dumontstraße und Martin-Luther-Straße verkauft und neue Häuser zwischen alten Bestand "gequetscht" werden. Dagegen hat nicht nur der Ortsbeirat Oberstadt etwas einzuwenden.

    Symbolbild.
    Symbolbild.
    Foto: dpa/picture alli

    Mainz - Auch in der Mainzer Oberstadt könnten die Bewohner demnächst enger zusammen rücken müssen - auf ähnliche Weise, wie es auch im Martin Luther King-Park geplant ist (die MRZ berichtete). Zumindest dann, wenn das Privatunternehmen Deutsche Annington dort sein Vorhaben realisieren könnte, das einen Verkauf seiner Grundstücke und eine anschließende zusätzliche Bebauung auf der Grünfläche des Areals zwischen den Häusern in der Dumontstraße 1 - 19 und der Martin-Luther-Straße 24 - 30 vorsieht.

    Die Deutsche Annington vermietet und verwaltet bundesweit rund 220 000 Wohnungen an etwa 610 Standorten, und ist somit das größte Wohnungsunternehmen in Deutschland. Ihr gehören auch die beplanten Grundstücke, auf denen nach einem Verkauf eine weitere Baufirma fünf mehrgeschossige Häuser inklusive Tiefgarage in der Oberstadt errichten könnte. Ein Plan, der die Bewohner des Viertels alarmiert.

    Anwohner um Wohnqualität besorgt

    Martina Nofz wohnt dort, in der Dumontstraße, und zeigt sich um den Charakter des Areals besorgt: "Nachdem 2006 dort schon fünf Häuser in der Dumontstraße auf einen 15 Meter breiten Rasenstreifen gesetzt wurden, haben wir als Ergebnis dort jetzt eine erdrückende, kaninchenstallähnliche Wohnatmosphäre", beklagt sie.

    Nofz befürchtet, dass die Wohnqualität in ihrem Viertel weiter sinken könnte, durch Vernichtung alten Baumbestandes, Entstehen neuer Lärmkorridore, weitere Oberflächenversiegelung und eine Verschlimmerung der ohnehin schon angespannten Parkplatzsituation. Zu erwartende Folgen der Nachverdichtung an dieser Stelle.

    Die auch die Stadt Mainz genauso bürgerunverträglich zu sehen scheint. Denn eine Bauvoranfrage für das Projekt wurde bereits abschlägig beschieden. "Dank Frau Baudezernentin Marianne Grosse und dem Stadtrat", wie die Ortsvorsteherin der Mainzer Oberstadt, Ursula Beyer (SPD), weiß. Aktuell sei man im Bauamt damit beschäftigt, einen Bebauungsplan für das betroffene Gebiet zu erstellen, in dem klare Grenzen für Nachverdichtungsprojekte gesetzt würden.

    Auch Beyer bemängelt, dass auf dem ehemaligen Grünstreifen in der Dumontstraße bereits fünf Gebäude "reingequetscht" worden seien. "So etwas wollen wir nicht nochmals", unterstreicht sie. Das Areal sei eigentlich ein sehr schönes Wohngebiet mit Erholungseffekt, daher sei der Ortsbeirat Oberstadt auch sehr erbost gewesen, als er von dem Nachverdichtungsansinnen erfahren habe. "Das geht ja gar nicht", ergänzt sie.

    Momentan nur kleines Projekt genehmigt

    Lediglich ein kleineres Bauvorhaben, eine Aufstockung eines anderen Gebäudes in der Siedlung, sei bereits genehmigt. Dagegen hatten Bewohner ebenfalls Bedenken geäußert, da sie befürchteten, ihre eigenen Wohnungen in unmittelbarer Nachbarschaft könnten erheblich weniger Licht bekommen. Diese Bedenken hätten inzwischen aber zerstreut werden können.

    "Ich hoffe, dass die Stadt im Sinne der Oberstadt plant", sagt Beyer. Denn auf den Stadtteil käme bereits ohnehin eine Menge Nachverdichtung zu. Wie in der Berliner Siedlung, wo nach dem Abriss der zwei leer stehenden Schwesterwohnheime eine "verträgliche" Nachverdichtung entstehen soll. "Das wird dem Viertel gut tun", ist Beyer überzeugt. Gleichzeitig bedauert sie, dass durch die Verzögerung beim Auszug der Bundeswehr aus der GFZ-Kaserne (statt 2014 nun erst in 2019) ungenutztes Potenzial weiter brach läge.

    Die Stadtratsfraktion der Grünen forderte gestern den beschleunigten Bundeswehrauszug aus der GFZ-Kaserne: Sie sei geeignet, schnell günstigen Wohnraum zu schaffen. "Die Stadt muss den Verantwortlichen im Verteidigungsministerium klar machen, wie angespannt die Lage auf dem Mainzer Wohnungsmarkt ist."

    Dominic Schreiner

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