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    MainzWenn selbst für die Letzte Ruhe das Geld fehlt

    108 940,65 Euro hat die Stadt Mainz im vergangenen Jahr für Sozialbestattungen ausgegeben. Die Zahl der Anträge ist erheblich gestiegen: Im Jahr 2009 waren es noch 39, im vergangenen bereits 70. Die Gründe sind vielfältig.

    Friedhof
    Foto: DPA

    Mainz - 108 940,65 Euro hat die Stadt Mainz im vergangenen Jahr für Sozialbestattungen ausgegeben.

    Die Zahl der Anträge ist erheblich gestiegen: Im Jahr 2009 waren es noch 39, im vergangenen bereits 70. Die Gründe sind vielfältig. "Kein oder zu geringes Einkommen bei steigenden Lebenshaltungskosten", nennt Stadtsprecherin Ellen König als Ursache dafür, dass die Kommune einspringen muss, wenn das Geld für eine Beerdigung fehlt.

    Detlef Rech, der seit Jahrzehnten die Sozial- und Ordnungsamtsbestattungen vornimmt, sieht mehr Gründe: Die Abschaffung des Sterbegeldes sei ein Problem. Außerdem habe man bis in die 60er-Jahre Reihengräber umsonst bekommen, mittlerweile müssten sich Friedhöfe aber für Kommunen "rechnen". In dem Anstieg der Fallzahl spiegele sich aber auch modernes Leben: Familienverbände sind zerrissen, Beerdigungen haben an Bedeutung verloren und sind kein gemeinsinnstiftendes Ereignis mehr. "Früher hat man es als ehrenvolle Aufgabe angesehen, eine Beerdigung zu organisieren. Da hat das ganze Umfeld Geld zusammengekratzt. Heutzutage ist das eher lästige Pflicht. Gleichzeitig wächst das Anspruchsdenken an den Staat."

    Finanzen werden detailliert geprüft

    Wenn ein Mensch stirbt und nichts für seine Beerdigung geplant hat, ist es Aufgabe der Angehörigen, für diese zu sorgen. Das gilt generell für Erben, Ehe- und Lebenspartner, Kinder, Eltern oder Sorgeberechtigte, Geschwister, Großeltern und Enkel. Kinder sind übrigens auch dann verpflichtet, wenn zum verstorbenen Elternteil kein Kontakt bestand oder dieses den eigenen Unterhaltspflichten nicht nachgekommen ist.

    Fehlt für die Letzte Ruhe das Geld, kann ein Antrag beim Sozialamt gestellt werden, das dann erst mal die finanziellen Verhältnisse überprüft. Dabei werden nicht nur das Einkommen, sondern auch Vermögen, Schmuck, Wertpapiere etc. unter die Lupe genommen.

    Am besten zu Lebzeiten vorsorgen

    Manche Menschen sind nicht nur arm, sondern auch allein. Ihre Beerdigung übernimmt das Ordnungsamt. Weigert sich ein Angehöriger schlichtweg eine Beerdigung zu beauftragen, übernimmt das der Wirtschaftsbetrieb Mainz, der die Kosten demjenigen dann in Rechnung stellt. Bestatter Rech hat bei Sozial- und Ordnungsamtsbestattungen keinen Kontakt zu Trauernden, der Wirtschaftsbetrieb ist die zentrale Schaltstelle: "Wer im Leben einsam ist, der stirbt einsam und wird auch einsam beerdigt." Dass die Toten nicht würdelos verscharrt werden, dafür sorgt unter anderem der Trauerraum, eine Initiative von Mainzer Bestattern, der Stadt, den Kirchen und anderen.

    Rech empfiehlt, zu Lebzeiten einen Vorsorgevertrag mit einem Bestatter abzuschließen. Der Bestatterverband zertifiziert Anbieter mit einem Gütesiegel (drei gotische Fenster hinter einem Sarg). Wichtig sei, dass das Geld auf ein Treuhandkonto komme, weil es dann auch bei Insolvenz sicher ist. Infos gibt es auf der Verbandshomepage www.bestatter.de im Kapitel Vorsorge. Alexandra Schröder

    Sozialbestattungen: Die Stadt bewilligt Anträge teils komplett, gibt aber auch Zuschüsse. Grundsätzlich erfolgt eine Sozialbestattung in einer Urne, es sei denn, der Verstorbene hat das ausdrücklich anders gewünscht. Kosten: 1500 Euro, bei einer Erdbestattung 2000 Euro. Darin enthalten sind zum Beispiel die Besorgung aller Formalitäten, der Sarg, die Beisetzung in einem Reihengrab, eine Trauerfeier und – wenn aus besonderen Gründen notwendig – die Kosten für eine Überführung. Nicht mit drin sind etwa Todesanzeigen, Bewirtung von Trauergästen, religiöse Dienstleister. Alle Sozialbestattungen in Mainz übernimmt das Institut Rech.

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