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    MainzWas soll mein iPhone nur anziehen?

    So ein iPhone will auch nicht nackig aus dem Haus gehen. Wär' doch peinlich! Zum Glück gibt es zahlreiche junge, kreative Mainzer, die dem Maschinchen was zum Anziehen bieten.

    Fenn Müller an ihrer Nähmaschine.
    Fenn Müller an ihrer Nähmaschine.
    Foto: Harry Braun

    Mainz - So ein iPhone will auch nicht nackig aus dem Haus gehen. Wär' doch peinlich! Zum Glück gibt es zahlreiche junge, kreative Mainzer, die dem Maschinchen was zum Anziehen bieten.

    Sie nennen sich Mathilda Mutant, Eva Rhabarber, Fenn, Ilovemixtapes oder Nähzwerg und kleiden iPhones, Laptops, iPads, Handys, Kameras und und und neu ein. Die Taschen sind mal sonnig, mal blumig, mal mit Druckknopf oder Reisverschluss, mal kreischbunt oder einfarbig, mal lustig, verspielt, dezent oder cool - und sie sind immer handgemachte Unikate. Man findet sie auf Kreativmärkten in der Region, auf Onlineplattformen und manchmal auch in kleineren Läden der Stadt. Wir haben mit drei der jungen Designer über ihre Mode fürs Kleingerät gesprochen.

    Mainzer Filz

    Was hat ein Smartphone mit einer Wärmflasche zu tun? Ziemlich viel, zumindest bei Fenn Müller. Sie ist Krankenschwester und war dereinst von einer Filzwärmflasche auf einem Weihnachtsmarkt schwer begeistert. Das teure Ding wollte sie sich allerdings nicht kaufen. Selbst ist die Frau: Filzwolle gekauft, gestrickt und beim Waschen mit diversen Tricks in Form gebracht.

    Immer mehr Bekannte haben bei ihr Filztäschchen für alles Mögliche geordert und als sie im Computerladen Prostore am Kronenberger Hof nur mal nach den Maßen eines iPads fragen wollte, sei der Chef von ihren Taschen so angetan gewesen, dass sie nun auch dort ausliegen.

    "Ich fertige auf Anfrage und in allen Maßen", erklärt sie. Der Preis richtet sich nach Aufwand und Material. Eine iPhone-Tasche mit Klettverschluss aus Designfilz in der Wunschfarbe, 8,5 mal 13 Zentimeter, kostet beispielsweise 16,90 Euro plus Versand. Wer sich mal angucken will, was es bei "Fenn's Filz" an originellen Handarbeiten noch so alles gibt, besucht am besten ihren Store bei www.dawanda.de. Eine eigene Homepage hat sie nicht: "Ich bin sozusagen noch in der Testphase und will mal gucken, ob sich das lohnt."

    Herz für Mixtapes

    Ob Dirk Modrok eine Wärmflasche hat, wissen wir zwar nicht, aber ein großes Herz für Mixtapes hat er in jedem Fall. Und die Liebe zu den selbst aufgenommenen Musikkassetten ist stilbildend. Sein Label heißt "Ilovemixtapes" und sie finden sich auch motivisch wieder. "Ohne diese Mixtapes, die man von Freunden bekommen hat, wäre ich sicher nie mit der vom Do-it-yourself-Gedanken geprägten Hardcore- und Punkszene in Kontakt gekommen und würde heute wohl was komplett anderes machen", sagt er.

    Den jüngsten Trend zu Selbstgemachtem empfindet er nicht als typisch mainzerisch: "Ich denke, es gibt in jeder Stadt, in der man kreative Fachrichtungen studieren kann, einen Markt für so etwas." Und der Zeitgeist tut sein Übriges. Früher hat schließlich keiner seine Schreibmaschine oder sein Wählscheibentelefon ständig mit sich herumgeschleppt, aber mittlerweile sind Handys, iPhones und Laptops immer am Mann - und sie sollen nicht nur gut geschützt sein, sondern auch noch hübsch aussehen. "Die meisten Taschen, die es zu kaufen gibt sind eher schlicht gehalten oder eben Massenware. Man hat aber einfach lieber etwas, was sonst niemand hat."

    Hauptsächlich bietet Modrok Laptoptaschen an, die er vom Großhändler bezieht und dann per Siebdruck verschönert. Ein Beispiel: Eine feuerrote Schutzhülle mit Reißverschluss in Neopren-Optik in der Größe 42 mal 33 mal 3 Zentimeter, bedruckt mit einem Mixtape in Weiß, kostet 21,90 Euro plus Versand. Taschen für Tabletts sind in Planung. Auch seine Produkte, zu denen Shirts, Umhängetaschen und vieles andere gehören, schaut man sich am besten bei www.dawanda.de an.

    Achtung, Mutant!

    Mathilda Mutant, mit bürgerlichem Namen Martina Miocevic, ist Masterstudentin im Fach Kommunikationsdesign. Das Nähen war eigentlich der Ausgleich zum stressigen Studium. Erst bekamen nur Freunde ihre Werke geschenkt, aber plötzlich kamen Leute gezielt mit konkreten Wünschen auf sie zu.

    Ihrer Ansicht nach macht sich gerade eine regelrechte Handcraft-Welle in ganz Deutschland breit. Und in einer recht jungen Stadt wie Mainz mit vielen Studenten und kreativen Leuten fällt das wohl auf fruchtbaren Boden. "Gerade durch die Leute, die etwas Neues schaffen möchten, kommen Märkte wie der Designachtsmarkt im Peng, die Reviergutmesse und die Stijl zustande. Bei denen können Handcraft-Designer ihr kreatives Können zur Schau stellen und anbieten", sagt sie.

    Apropos Angebot: Für ein apfelgrünes iPhone-Täschchen aus Baumwolle mit Spitze und Karoknopf, Größe 8,5 mal 12,5 Zentimeter, zahlt man beispielsweise 15 Euro plus Versand. Eine eigene Homepage gibt's noch nicht, daher gilt auch hier: ab zu www.dawanda.de.

    Alexandra Schröder

    Mode für Maschinchen aus Mainz
    Lokal Z-Szene
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