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    MainzWächst die Stromarmut in Mainz?

    Die Mainzer und die Menschen in der Region müssen im kommenden Jahr tiefer in die Tasche greifen: Der Strompreis steigt 2013 wohl auf ein Rekordniveau. Versorger rechnen mit einer Preiserhöhung von rund zehn Prozent. Das liegt vor allem daran, dass die Ökostromumlage um 47 Prozent auf 5,277 Cent je Kilowattstunde steigt.

    Strompreise
    Wegen der höheren EEG-Umlage müssen Verbraucher im kommenden Jahr mit einer Strompreiserhöhung rechnen. Der Energiekonzern RWE sieht aber vorerst von einer Verteuerung ab.
    Foto: Patrick Pleul - DPA

    Mainz. Die Mainzer und die Menschen in der Region müssen im kommenden Jahr tiefer in die Tasche greifen: Der Strompreis steigt 2013 wohl auf ein Rekordniveau. Versorger rechnen mit einer Preiserhöhung von rund zehn Prozent. Das liegt vor allem daran, dass die Ökostromumlage um 47 Prozent auf 5,277 Cent je Kilowattstunde steigt. Inklusive Mehrwertsteuer macht das rund 6,3 Cent. Ein durchschnittlicher Mehrpersonenhaushalt verbraucht jährlich rund 3500 Kilowattstunden und würde im kommenden Jahr knapp 100 Euro mehr für Strom bezahlen.

    Doch steigt dadurch die Stromarmut in Mainz und der Region? Schon jetzt können viele Hartz-IV-Empfänger ihre Stromrechnung nur noch mit großer Mühe bezahlen. "Immer mehr Hartz-IV-Empfänger sind deshalb akut von Armut bedroht - Tendenz steigend", prognostiziert Christine Banse, zuständig für Beschäftigung und Integration bei der Caritas in Mainz. Zahlen kann sie aber nicht nennen.

    Die Betroffenen müssen die Stromrechnungen vom Hartz-IV-Regelsatz bezahlen, der derzeit bei 374 Euro liegt. Die Caritas kann sie zwar nicht finanziell unterstützen, bietet aber eine kostenlose Energieberatung an. Dabei wird der Verbrauch unter die Lupe genommen und Einsparmöglichkeiten aufgezeigt.

    Doch wie teuer wird der Strom in Mainz und Umgebung? Genaue Zahlen zu ihren Tarifen und deren Erhöhung geben die regionalen Stromanbieter HSE, Mainova und EWR noch nicht bekannt. "Wir kennen die Zahlen erst seit Montag. Außerdem sind noch einige Faktoren offen, die die Bundesregierung klären muss, bevor wir anfangen zu rechnen", sagt Michael Ortsmann, Sprecher der HSE. Die Politiker diskutieren zurzeit unter anderem darüber, ob die Stromsteuer gesenkt wird und wie energieintensive Unternehmen entlastet werden. Deshalb wollen die regionalen Stromanbieter erst Anfang November alle Einzelheiten zu den Tariferhöhungen bekannt geben.

    "Die Stromanbieter verstecken sich hinter den Gesetzessprozessen. Sie werden die Preissteigerung eins zu eins an die Verbraucher weiter geben, und es wundert mich nicht, wenn sie noch ein paar Cent draufschlagen würden", erklärt Hans Weinreuter, Energiereferent der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, im Gespräch mit unserer Zeitung. Bereits beim letzten Preisanstieg sei kräftig erhöht worden, obwohl die Steigerung der Ökoumlage nur minimal gewesen sei. Weinreuter ist zudem überrascht, dass die Stromanbieter noch keine Angaben zu den Tarife machen: "Es war absehbar, wohin die Reise geht."

    Vor allem die Entlastung von energieintensiven Unternehmen treibt die Ökoumlage in die Höhe. Die subventionierten Firmen verbrauchen laut WWF 18 Prozent des gesamten Stroms, übernehmen aber nur 0,3 Prozent der Umlage. Das müssen Bürger und kleine Betriebe ausgleichen. Ohne die Ausnahmereglung für die Industrie würden die Verbraucher 2013 nur 2,3 statt 5,277 Cent je Kilowattstunde für die Ökoumlage, hat der Bundesverband erneuerbare Energien berechnet.

    Deshalb fordert die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, nur noch die energieintensiven Unternehmen zu fördern, die sich im internationalen Wettbewerb behaupten müssen. Außerdem soll die Bundesregierung die Einnahmen bei der Mehrwertsteuer, die sie durch den höheren Strompreis hat, in die Energiewende investieren. "Dadurch könnte man den starken Strompreisanstieg abfedern", meint Weinreuter.

    Von Christian Weihrauch und Sarah Kern

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