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    MainzUnimedizin: Götz Scholz steht in den Startlöchern

    Götz Scholz tritt die Nachfolge von Norbert Finke als Kaufmännischer Vorstand der Unimedizin an. Im Interview spricht er über die Situation an der neuen Wirkungsstätte.

    Götz Scholz tritt heute offiziell das Amt als Kaufmännischer Vorstand der Universitätsmedizin an.
    Götz Scholz tritt heute offiziell das Amt als Kaufmännischer Vorstand der Universitätsmedizin an.

    Mainz - Götz Scholz tritt heute offiziell die Nachfolge von Norbert Finke als Kaufmännischer Vorstand der Universitätsmedizin Mainz an. Im MRZ-Interview spricht der 64-Jährige über die derzeitige Situation an der neuen Wirkungsstätte.

    Herr Scholz, heute werden Sie offiziell als neuer Kaufmännischer Vorstand der Universitätsmedizin Mainz eingeführt. Wie fühlen Sie sich?

    Ich fühle mich hervorragend, finde wie erwartet schöne Herausforderungen vor. Schon in den ersten Tagen merke ich, dass es Spaß macht, im größten Betrieb des Landes zu arbeiten. Ich habe schon einige interessante Gespräche mit Einrichtungsleitern und Vorstandskollegen geführt und bin von allen sehr herzlich aufgenommen worden.

    Viele deutsche Unikliniken sind in den vergangenen Jahren ins Minus gerutscht. Die Mainzer Universitätsmedizin schloss das Jahr 2011 noch mit einem leichten Überschuss ab. Wie wird es für 2012 aussehen?

    Es gibt eine Umfrage des Verbands der Uniklinika Deutschlands, aus der hervorgeht, dass sich die Situation in vielen deutschen Universitätskliniken im vergangenen Jahr verschlechtert hat. Ich bitte um Verständnis, dass ich nach vier Arbeitstagen die Situation der Mainzer Universitätsmedizin noch nicht abschließend einschätzen kann. Momentan wird der Abschluss für 2012 erstellt. Er wird im Frühjahr fertig sein. Dann werden wir klar wissen, wie die Zahlen aussehen.

    Und darüber hinaus? Man geht davon aus, dass die Ausgaben für Personal und Sachkosten mehr steigen werden als die Erträge...

    Das hängt auch von den Verhandlungen mit den Kostenträgern ab. Diese Verhandlungen werden sich noch einige Monate hinziehen. Allerdings ist gerade für die Universitätsklinika mit ihren besonderen Leistungsangeboten und Aufgaben die Schere zwischen Kosten und Erlösen ein großes Problem. Was wir wissen, ist, dass die Kosten im Personalbereich durch den neuen Tarifabschluss steigen werden. Diese Steigerung sehe ich aber positiv, weil sie uns in die Lage versetzt, Mitarbeiter, die nur schwer am Arbeitsmarkt zu bekommen sind, mit höheren Gehältern zu locken.

    Wie beurteilen Sie die finanzielle Ausstattung der Mainzer Universitätsmedizin durch das Land?

    Das Land finanziert ausschließlich Lehre, Forschung und Investitionen. Die Ausstattung der Mainzer Universitätsmedizin im Bereich Forschung und Lehre liegt - was die Medizin angeht - bundesweit im Durchschnitt. Unsere Verfahren der Mittelverteilung haben in der Vergangenheit dazu geführt, dass dieses Geld ausreichend war.

    Welche Spielräume, welche Gestaltungsmöglichkeiten bleiben Ihnen? Wie können Sie Spitzenmedizin in Mainz halten oder nach Mainz locken?

    Die Mainzer Universitätsmedizin hat deutschlandweit einen guten Ruf. Hervorragende Mediziner und Forscher suchen ein Arbeitsumfeld, von dem sie wissen, dass sie dort auch schon auf Spitzenwissenschaftler treffen. Das gilt hier sowohl für den Bereich der Forschung als auch der Krankenversorgung. Wir merken das daran, dass es der Universitätsmedizin gelungen ist, zwei neue Sonderforschungsbereiche einzuwerben.

    Als Kanzler der Johannes-Gutenberg-Universität haben Sie ein Haushaltsvolumen von 488 Millionen Euro verwaltet, als bisheriges Aufsichtsratsmitglied sind Sie bestens vertraut mit den Belangen der Universitätsmedizin. Inwiefern verschaffen Ihnen diese Erfahrungen und Kenntnisse Vorteile in Ihrer neuen Funktion?

    Der wesentliche Vorteil ist, dass ich den Bereich Forschung und Lehre sowie Krankenversorgung gut überblicke. Für ein Vorstandmitglied in der Universitätsmedizin ist das wichtig, weil wir ein Haus der Hochleistungsmedizin sind. Der zweite Vorteil: Durch meine bisherige Tätigkeit kenne ich viele der hier handelnden Personen. Das ist hilfreich für Entscheidungen und die Einbeziehung dieser Personen in Entscheidungen.

    Mit der Übernahme des Amts von Ihrem Vorgänger mit dessen Sparkurs treten Sie ein nicht ganz leichtes Erbe an. Immer wieder gab es Unstimmigkeiten zwischen Universitätsmedizin und Politik. Wie können Sie in Zukunft beiden Lagern gerecht werden?

    Ich sehe diese Unstimmigkeiten nicht, habe bislang vielmehr den Eindruck gewonnen, dass sich Wissenschaftsministerin Doris Ahnen intensiv für die Belange der Universitätsmedizin in der Landesregierung einsetzt. Es laufen eine Vielzahl von Gesprächen zwischen Universitätsmedizin und Politik über gemeinsame Ziele. Insofern würde ich nicht von zwei Lagern sprechen.

    Lässt sich Stellenabbau vermeiden?

    Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich auch hierzu im Moment noch keine Aussage treffen kann. Bei der Aufstellung des Wirtschaftsplans für 2013 versuchen wir, alle Stellschrauben, die wir für einen ausgeglichenen Haushalt haben, zu nutzen, sowohl auf der Ertrags-, als auch auf der Kostenseite. Die medizinische Versorgung der Region ist uns ein großes Anliegen. Die Leistungsträger für medizinische Angebote sowie für Lehre und Forschung sind die Mitarbeiter. Daher werden wir zunächst alle anderen Möglichkeiten ausschöpfen.

    Die Fragen stellte Sabine Jakob

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