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    MainzUnbequeme Fragen an OB Beutel im Wohnbau-Prozess

    Eigentlich sollte Oberbürgermeister Jens Beutel gestern Vormittag die Erstsemester an der Mainzer Universität begrüßen. Das musste er absagen, er wurde als Zeuge vor Gericht gehört.

    Oberbürgermeister Jens Beutel auf dem Weg zum Wohnbau-Prozess: Der OB musste sich unbequemen Fragen stellen.
    Oberbürgermeister Jens Beutel auf dem Weg zum Wohnbau-Prozess: Der OB musste sich unbequemen Fragen stellen.
    Foto: dpa

    Mainz/Koblenz. Der Mainzer Oberbürgermeister Jens Beutel, wurde als früherer Vorsitzender des Wohnbau-Aufsichtsrats als Zeuge im im Untreue-Prozess gegen Ex-Geschäftsführer Rainer Laub befragt. Zwischen Richter und Verteidigung geriet Beutel regelrecht ins Kreuzverhör.

    Was wusste und billigte der Aufsichtsrat, als die Wohnbau 2003 für den Bau der VIP-Tribüne am alten 05-Stadion am Bruchweg 1,5 Millionen Euro vorstreckte - ohne Rückzahlungsvertrag? "Es erschließt sich nicht sofort, was der Ausbau einer VIP-Tribüne mit sozialem Wohnungsbau zu tun hat", sagte der Vorsitzende Richter Winfried Hetger. Beutel erklärte, über die genauen Konditionen des Geschäfts sei er "zu keinem Zeitpunkt" informiert gewesen. Er sei von 370 000 Euro ausgegangen. Projektentscheidungen seien Sache der Geschäftsführung, der Aufsichtsrat befasse sich mit Grundsatzfragen und überwache die Umsetzung.

    Kurz vor der Aufsichtsratssitzung im Juni 2003 wurde durch Presseberichte bekannt, dass die Wohnbau Mainz dem damals klammen Zweitligisten unter die Arme greifen wollte. Vor allem die fehlende Tribünenrückwand sollte vor dem Winter eingebaut sein, die VIP-Tribüne sei wichtig für die Lizenzerteilung der Folgesaison. Entsprechend schlug das Thema im Aufsichtsrat Wellen.

    Laut Sitzungsprotokoll äußerte ein Mitglied Bedenken wegen der Vereinbarkeit mit dem Gesellschaftszweck. Ein anderer bezweifelte, ob Mainz 05 die Baukosten würde zurückzahlen können. Beutel bestätigte die Angaben. Er habe darum gebeten, dass weitere Informationen in der nächsten Aufsichtsratssitzung vorgelegt würden - also etwa ein Vierteljahr später.

    In der Befragung durch Laubs Verteidigung ergriff der Angeklagte selbst das Wort. "Ich habe den Aufsichtsrat ausdrücklich gebeten zu sagen, ob er den Neubau will oder nicht", beharrte Laub. Wenn der Aufsichtsrat nicht einverstanden gewesen wäre, wäre das Projekt storniert oder verschoben worden.

    Beutel bestätigte das. Der Aufsichtsrat habe über das Thema jedoch nicht abgestimmt - er habe die Debatte eher als "Stimmungsbild" aufgefasst. Bei Laub war das allerdings so angekommen, dass die Aufsichtsratsmehrheit das Projekt mittrug, wie er bereits am ersten Verhandlungstag darlegte. Claudia Renner

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