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    MainzTritt auf die Bremse erzeugt Strom

    Energie: Langsam fährt Patrick Tandel an, beschleunigt. Die Blaue Säule auf dem Monitor vor ihm geht in die Höhe. Das heißt: Energie wird verbraucht. Der "Triebfahrzeugführer" der DB Regio Rheinland-Pfalz tut aber nur so als ob. Er sitzt in einem der bundesweit 17 Fahrsimulatoren mit denen die Deutsche Bahn ihre Lokführer für energiesparende Fahrweise trainiert.

    Sensibilität fürs Beschleunigen, Rollen, Bremsen: Energiesparendes Fahren trainiert DB-Triebfahrzeugführer Patrick Tandel im Simulator. 
Foto: Bernd Eßling
    Sensibilität fürs Beschleunigen, Rollen, Bremsen: Energiesparendes Fahren trainiert DB-Triebfahrzeugführer Patrick Tandel im Simulator.
    Foto: Bernd Eßling

    Mainz - Energie: Langsam fährt Patrick Tandel an, beschleunigt. Die Blaue Säule auf dem Monitor vor ihm geht in die Höhe. Das heißt: Energie wird verbraucht. Der "Triebfahrzeugführer" der DB Regio Rheinland-Pfalz tut aber nur so als ob. Er sitzt in einem der bundesweit 17 Fahrsimulatoren mit denen die Deutsche Bahn ihre Lokführer für energiesparende Fahrweise trainiert. Und dieser tonnenschwere, stationäre Simulator steht auf dem Bahngelände am Binger Schlag

    Instruktor Gunnar Schmitt überwacht die Fahrweise des Lokführers an eigenen Monitoren und gibt Tipps, korrigiert. Es gilt vorausschauendes Fahren, die Topografie ausnutzen. Beim Beschleunigen oder befahren von Anstiegen, wird Strom verbraucht. Beim Gefälle dagegen nicht. Der Zug rollt ohne Stromverbrauch. Im Gegenteil: Die Fahrzeuge sind inzwischen so modern, dass das Bremsen sogar wieder Strom erzeugt, der ins Netz zurück gespeist wird. "Da sind wir der Automobilindustrie voraus", lacht Klaus Vestner, Leiter Umweltschutz beim Personenverkehr der DB. Seit 2002 bildet die Bahn ihre Fahrer nicht nur im Simulator aus, sondern schult sie im Strom sparenden Fahren. Wie ein Flugsimulator ahmt der kardanisch aufgehängte Fahrsimulator Zugbewegungen nach, so dass der Fahrer das Gefühl hat, tatsächlich in einem echten Führerstand zu sitzen.

    Mit ihrem Klimaschutzprogramm habe sich die Bahn AG zum Ziel gesetzt, den bahnspezifischen CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent im Vergleich zu 2006 zu senken", erläutert Vestner.

    Gerade Schienenfahrzeuge können durch ihr hohes Gewicht und fehlende Reibungsverluste wegen der Abrollens von Stahl auf Stahl enorme Bewegungsenergien nutzen. Will heißen: Der Fahrer kann auf Strecken, auf denen er 100 oder 120 Kilometer pro Stunde fahren darf, sozusagen "Gas" wegnehmen und den Zug ohne jeglichen Stromverbrauch rollen lassen.

    "An erster Stelle kommt die Sicherheit, dann der Fahrplan", sagt Gunnar Schmitt. Das Training helfe auch zu unterschiedlichen Tageszeiten energiesparender zu Fahren und zeitliche Puffer einzubauen. Etwa wenn in den Stoßzeiten morgens und abends in den Bahnhöfen und an den Haltepunkten die Ein- und Ausstiegszeiten und somit die Haltezeiten länger sind als in der Tagesmitte. Jochen Dietz

    Den Bahnstrom zweimal verwenden: Bremsenergie verpufft nicht
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