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    Alzey/MainzTrinkgelage in Alzey: Totschläger werden einige Jahre weggesperrt

    Wegen eines tödlichen Trinkgelages sind zwei Männer vom Landgericht Mainz zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Sie hatten gestanden, einen 41 Jahre alten Saufkumpan im Februar in Alzey so brutal verprügelt zu haben, dass er starb. Nach dem Urteil vom Donnerstag muss ein 30-Jähriger wegen schwerer gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge für sieben Jahre und drei Monate ins Gefängnis. Sein 23-jähriger Komplize wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt.

    Symbolbild
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    Foto: Thorben Wengert / pixeli

    Nein, alles glauben dürfe man den beiden Angeklagten nicht, betonte Staatsanwalt Wigbert Woog. Unter anderem haben die Russlanddeutschen ihren Alkoholkonsum wohl maßlos übertrieben.

    Verhandlung für Staatsanwaltschaft nicht nach Wunsch
    Würde man ihren Angaben Glauben schenken, müssten sie laut Gutachten zwischen sieben und zwölf Promille Blutalkohol gehabt haben. Das scheint bei aller unterstellter Trinkfestigkeit dann doch unrealistisch. „Hier wird gelogen, dass sich die Balken biegen“, kommentierte Woog die Behauptungen der Angeklagten. Nach einem solchen Alkoholkonsum wären die Angeklagten niemals vor Gericht, sondern bei ihrem Opfer auf dem Alzeyer Friedhof gelandet.
    Nach Wunsch ist die Verhandlung für die Staatsanwaltschaft jedoch nicht verlaufen, sie musste ihre Anklage zumindest teilweise aufgeben: Ein Raub war nicht nachweisbar, und auch eine sexuelle Erniedrigung, bei der ein Stock in den After des Opfers eingeführt worden sein sollte, war nicht zweifelsfrei zu belegen. Dass der 23-Jährige und sein 30-Jähriger Freund das Opfer zu Tode geprügelt haben, war dagegen für Gericht und Staatsanwaltschaft unstrittig.

    Alkoholtherapie angeordnet

    Für die Körperverletzung mit Todesfolge wurde der ältere, einschlägig vorbestrafte Angeklagte zu sieben Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Der jüngere kam mit fünf Jahren davon. Bei beiden wurde zudem eine Alkoholtherapie angeordnet. „Ein Tötungsvorsatz hat im vorliegenden Fall sicher nicht vorgelegen“, sagte der Vorsitzende Richter Hans E. Lorenz in seiner Urteilsbegründung des Urteils. Das Opfer, das erst Stunden nach den Schlägen und Tritten seiner Peiniger gestorben ist, hatte laut Zeugen ärztliche Hilfe abgelehnt. Ein verhängnisvoller Fehler: Laut Rechtsmediziner Reinhard Urban hätte ihn eine Operation wohl gerettet.
    Ohne den maßlosen Alkoholgenuss wäre es wohl nicht zu der Tat gekommen, zeigte sich Lorenz überzeugt. Im nüchternen Zustand hätten die beiden Angeklagten ihr Opfer wohl nicht tödlich verletzt, und der Verprügelte hätte danach sicher einen Arzt gerufen.
    Beide Angeklagten betonten in ihrem Schlusswort, dass sie die Tat bereuten. Vorher hatten die Verteidiger schon darauf hingewiesen, dass ihre Mandanten vom Tod des Opfers „schockiert“ gewesen seien. Außerdem hätten sie sich geständig gezeigt. „Der Angeklagte hat angefangen reinen Tisch zu machen“, führte etwa Per Mayer für seinen 23-jährigen Mandanten aus.

    Heiko Beckert

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