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    MainzMuslime zeigen sich besorgt

    Entwicklungen wie die Identitäre Bewegung sind für Aiman Mazyek, den Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime in Deutschland, nichts Neues. "Wir beobachten Ähnliches schon seit etwa fünf Jahren", sagt er auf Anfrage. "Das ist eine höchst Besorgnis erregende Tendenz."

    Aiman Mazyek vom Zentralrat der Muslime.
    Aiman Mazyek vom Zentralrat der Muslime.

     Mainz - Entwicklungen wie die Identitäre Bewegung sind für Aiman Mazyek, den Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime in Deutschland, nichts Neues. "Wir beobachten Ähnliches schon seit etwa fünf Jahren", sagt er auf Anfrage. "Das ist eine höchst Besorgnis erregende Tendenz."

    Denn solche Bewegungen entstünden zunächst in der Anonymität des Internets. Dort sinken die Hemmschwellen, es komme nicht selten zu verbalen Entgleisungen und Gewalttätigkeiten, hat Mazyek festgestellt. Seit einiger Zeit ist der Zentralrat in Gesprächen mit den Organen des Staatsschutzes und der Politik. Dort stellt er inzwischen auch ein Umdenken fest. So wertet er es als Erfolg, dass der Bayrische Verfassungsschutz angekündigt hat, die Identitäre Bewegung unter Beobachtung zu stellen. Noch sei das jedoch eher die Ausnahme.

    Mazyek sieht in solchen Internetplattformen vor allem ein Rekrutierungsinstrument für alle möglichen Gruppierungen am extremen rechten Rand. "Die Grenzen zwischen den einzelnen Organisationen verlaufen fließend."

    Der Tenor sei jedoch immer wieder derselbe. Eine Gruppe, die vorgibt, mutig das auszusprechen, was angeblich die Mehrheit denkt, ruft dazu auf, sich gegen eine Islamisierung zu wehren. "Das ist exakt der Duktus von Anders Breivik", warnt Mazyek. Der Norweger hatte 2011 bei einem Massaker im norwegischen Utöya 69 Teenager getötet. Bei der Gerichtsverhandlung hatte er sich auf eine rechtsextreme Verschwörungstheorie zurückgezogen.

    Dass islamfeindliches Gedankengut in die Gesellschaft einzusickern scheint, beobachtet Mazyek häufig. "Fast jede Woche gibt es irgendwo Anschläge auf Moscheen", sagt er. Die Angriffe, die meist glimpflich verlaufen, sieht er auch als Test, wie weit man diese indifferente Haltung herausfordern kann. "Das ist sehr geschickt gemacht."

    Vieles werde plötzlich durch die islamistische Brille gesehen, Vorkommnisse unreflektiert oder bewusst in einen Topf geworfen. "Wir erhalten auch wesentlich mehr Hassbotschaften als früher, teilweise sogar mit den echten Adressen." Für Mazyek ebenfalls ein deutliches Zeichen für einen fortgeschrittenen Prozess der Entmenschlichung. Andreas Nöthen

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