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    LayenhofLayenhof: Umweltschützer sorgen sich um die große Wiesenfläche

    Bald und zwar ziemlich bald sollte der seit Jahren angestrebte Pflege- und Entwicklungsplan von den Naturschutzbehörden ausgearbeitet und auch umgesetzt werden. Die Entwicklung auf dem Layenhof, wo die größte zusammenhängende Wiesenfläche in Rheinhessen existiert und die Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen ist, macht den Naturschutzverbänden Sorge.

    Die Naturschützer bei der Arbeit. Doch die Fläche ist so groß, dass im Grunde das ganze Jahr über Arbeiten notwendig sind.
    Die Naturschützer bei der Arbeit. Doch die Fläche ist so groß, dass im Grunde das ganze Jahr über Arbeiten notwendig sind.
    Foto: Harry Braun

    Layenhof - Bald und zwar ziemlich bald sollte der seit Jahren angestrebte Pflege- und Entwicklungsplan von den Naturschutzbehörden ausgearbeitet und auch umgesetzt werden. Die Entwicklung auf dem Layenhof, wo die größte zusammenhängende Wiesenfläche in Rheinhessen existiert und die Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen ist, macht den Naturschutzverbänden Sorge.

    Denn nur bei einer entsprechenden Pflege ihres offenen Lebensraumes werden seltene Vogelarten wie Schwarzkehlchen, Grauammer, Wiedehopf und Neuntöter sowie etliche gefährdete Greifvogelarten auch in Zukunft dort bleiben.

    Im Idealfall wie ein Mosaik

    Mit der groß angelegten Pflegeaktion am Samstag wollten nun die zur Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossenen Mainzer Naturschutzverbände (ARGE) ein Zeichen setzen und zugleich den Impuls für weitere Maßnahmen geben. Da wurde mit Unterstützung der stadtnahen Grundstücksverwaltungsgesellschaft (GVG) zusammen mit dem Luftfahrtverein gemäht, gesäubert und mit der Motorsense von Büschen befreit. ARGE-Geschäftsführer Jürgen Weidmann sagte: "Wir wollen auch weiterhin punktuell helfen, aber es ist ein sehr großes Areal."

    GNOR-Geschäftsführer Michael Schmolz stellt sich das über 100 Hektar große Wiesen- und Steppengelände im Idealfall wie ein Mosaik vor, mit weiten offenen Flächen, Wiesen und Bereichen mit kurzem Bewuchs oder hohem Gras, wo die Lerche ihr Nest bauen kann. In Hecken will der Neuntöter brüten, daneben braucht er wiederum offene Flächen zum Jagen.

    Verbuschung droht

    Inzwischen hat sich der Hartriegel schon angesiedelt, weitere Verbuschung droht. "Wenn man nicht schnell was macht, kriegt man das nicht mehr weg, dann wächst alles zu", so Schmolz. Während er und Weidmann Sinn und Notwendigkeit der Aktion erläutern, fliegt so manches seltene Exemplar vorbei, und Schmolz kennt sie alle, auch aus der Ferne. Eine Grauammer sieht er, sie steht mittlerweile auf der Roten Liste. Dann hört er eine Feldlerche singen und ahmt sie nach: "Trrui trrui." Korn- und Wiesenweihen ziehen durch. Eine Rohrammer fliegt vorbei und ein Buntspecht ist wohl auf dem Weg in den benachbarten Ober-Olmer Wald. Die Feldvögel sind die am stärksten von Rückgang betroffenen, da wird es richtig brenzlig. "Würde das Gebiet bewirtschaftet, blieben sie ganz weg." Eine grüne Oase nennt Schmolz das Gebiet, die einzige große Wiesenfläche in Rheinhessen inmitten intensiv genutzter Äcker und Obstwiesen und eine der letzten größeren Brutflächen.

    Schafe hielten das Gras kurz

    Mit dem Abzug der US-Streitkräfte vom Layenhof verschwanden auch die Schafe, die das Gras kurz gehalten hatten. "Seitdem ist hier in der Pflege nicht mehr das passiert, was hätte passieren sollen", macht Weidmann klar. Eine ganzjährige Beweidung durch Pferde könnten sich die Naturschützer vorstellen, vielleicht kombiniert mit zweimal jährlich durchziehenden Schafherden. Aus einem Gespräch mit GVG-Geschäftsführer Ferdinand Graffé wissen Weidmann und Schmolz, eine Bebauung in irgendeiner Form sei nicht geplant. Doch die Furcht davor haben sie immer noch.

    "Es ist sehr viel geredet worden von Solaranlagen zum Beispiel", so Weidmann. Er weiß, dafür wäre auch auf dem asphaltierten Layenhofgelände noch mehr Platz als genug.

    Das Wiesengelände zwischen zwei FFH-Gebieten beherbergt viele Tier- und Pflanzenarten und dient zudem nicht nur als Brut-, sondern auch als Durchzugs- und Rastgebiet für Vögel. "Das darf einfach nicht verschwinden", sind sich die Umweltverbände einig. Tiere wie Wiedehopf und Neuntöter, die nach EU-Recht als streng geschützt gelten, oder Schmetterlinge wie der Hauhechelbläuling und der Hufeisenkleegelbling könnte das gleiche Schicksal ereilen wie die Heuschrecken, die im Mainzer Sand schon ausgestorben sind. "Unsere Arbeit heute ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein", weiß Weidmann und fordert: "Wir erwarten, dass die Verpflichteten die Pflege übernehmen."

    Helene Braun

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