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    MainzKampf gegen Verkehrslärm: Tempo 30 für die Kaiserstraße

    Die Bewohner an der Kaiserstraße und der Parcusstraße, der Hauptverkehrsachse durch Mainz, sollen nachts bald ruhiger schlafen können. Ärgern werden sich aber viele Autofahrer, wenn sie zwischen 22 und 6 Uhr auf gerader, freier Strecke schleichen sollen: Im Kampf gegen den Verkehrslärm finanziert das Land eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer in den Nachtstunden.

    Symbolbild.
    Symbolbild.
    Foto: Bernd Eßling/Fotomontage

    Das mit bis zu 20.000 Euro voll finanzierte Pilotprojekt ist ein Ergebnis des ersten "Runden Tisches zum Lärmschutz" beim Land. Den Antrag auf Projektförderung hatte Mainz nach Angaben der Stadt noch zu Zeiten des bis Frühjahr 2011 amtierenden Umwelt- und Verkehrsdezernenten Wolfgang Reichel (CDU) gestellt. Die Detailplanung beginne jetzt nach der Bewilligung, erklärt Stadt-Pressesprecher Ralf Peterhanwahr. Geprüft wird laut Umweltministerium, das Tempolimit auf die ebenso stark befahrene Rheinallee auszudehnen.

    Bis zu 33.500 Fahrzeuge täglich

    Pro Tag passieren zwischen 17.000 und 33.500 Fahrzeuge die Kaiser- und die Parcusstraße. So steht es im Mainzer Lärmaktionsplan von 2009. Davon sind bis zu sechs Prozent Lkw. Insgesamt 1560 Einwohner sind in den Nachtstunden zwischen 22 und 6 Uhr einer Lärmbelastung von durchschnittlich 67 bis 71 Dezibel ausgesetzt. Das ist etwa so laut wie Staubsaugen oder Haare föhnen und liegt über dem Nacht-Schwellenwert des Lärmaktionsplans von 64 Dezibel. Bereits bei einer Dauerbelastung von durchschnittlich 60 Dezibel steigt Studien zufolge das Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hält 40 Dezibel in der Nacht für das zumutbare Maximum, das entspricht leiser Musik.

    Der Mainzer Lärmaktionsplan hatte vor drei Jahren ein nächtliches Lärm-Tempolimit für 16 Mainzer Straßen erwogen. In 15 Fällen wurde jedoch "aus verkehrlicher Sicht" und Akzeptanzgründen vorläufig davon abgeraten: Erst sollten Erfahrungen gesammelt werden.

    Das Pilotprojekt ist auf ein Jahr begrenzt. In dieser Zeit wird das Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht die Effekte des Tempolimits messen. "Wichtig ist die Wahrnehmung der Anwohner, die durch Befragung ermittelt werden soll", erklärt Pressesprecher Peterhanwahr.

    Die Ampelschaltungen sollen dem Tempolimit angepasst werden: Die Grüne Welle leuchtet dann jenen, die sich an Tempo 30 halten.

    Claudia Renner

    Tempo 30 in der Nacht: Ein Fall für die Tonne?
    Mainz
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