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    Mainz/SaulheimGatte wartet im Auto, Frau wird missbraucht

    Ein 24-jähriger Mann aus Saulheim muss sich derzeit vor Gericht verantworten. Er soll seine ehemalige Freundin vergewaltigt haben. Ihr Mann saß derweil im Auto und wartete.

    Foto: dpa

    aSaulheim/Mainz - Wenn er gewusst hätte, was in der Wohnung passiert, dann wäre er nicht ruhig im Auto sitzen geblieben. Auf die Frage des Vorsitzenden Richters Hans E. Lorenz, was er denn getn hätte, antwortete der stämmige und muskulöse Zeuge: "Das können Sie sich nicht ausmalen." Vielleicht kein leeres Gerede. Denn auf die Frage, was er vorher am Tag gemacht habe, verweigerte der Zeuge die Aussage. Er müsse nichts sagen, wenn er sich selbst belasten könnte, blockte der Zeuge durchaus juristisch informiert diese Frage ab.

    Doch was ist eigentlich am 20. August vergangenen Jahres in dem Saulheimer Mietshaus passiert, vor dem der Zeuge im Auto anderthalb Stunden gewartet hat? Glaubt man dem Angeklagten, einem 24-jährigen gebürtigen Mainzer, dann ist in dem Appartment eigentlich nichts passiert. Er habe seiner ehemaligen Freundin, mit der er ein gemeinsames Kind hat, einen Kuss gegeben. Kurz danach habe sich die junge Frau mit einem Messer an der Hand verletzt. So hatte es der Angeklagte zumindest einem Freund berichtet. Vor Gericht wollte er sich zu der Anklage gestern nicht äußern.

    Folgt man dagegen der jungen Frau, dann hat der Angeklagte sie in seine Wohnung gelockt, indem er ihr vorgaukelte, es gebe noch ein Konto für das gemeinsame Kind. Damit weiter Zahlungen auf dieses Konto erfolgen könnten, müssten noch ein paar Kleinigkeiten geregelt werden. Also fuhr die Frau mit ihrem heutigen Ehemann nach Saulheim. Der Mann wartete im Auto, sie ging in die Wohnung des 24-jährigen Angeklagten. Doch dort erwartete sie eine böse Überraschung: "So schnell bin ich mit dir nicht fertig", soll der Angeklagte mit einem Messer in der Hand gedroht haben. Dann zwang er sie laut Anklage zum Oralsex. Schnittverletzungen an den Händen und an der Schulter habe er ihr zugefügt, weil die junge Frau sich gewehrt habe.

    Verheult aus der Wohnung

    Nach etwa anderthalb Stunden kam die junge Frau "verheult" wieder aus dem Mietshaus zurück, setzte sich ins Auto und fuhr mit ihrem Begleiter weg. Erst als sie wieder zu Hause angekommen waren und ihr jetziger Ehemann sie bedrängte, ihm zu erzählen, was los sei, offenbarte sich die junge Frau. Sofort danach habe man sich entschieden zum Polizeipräsidium nach Mainz, das für Sexualdelikte zuständig ist, zu fahren, erzählte der Zeuge.

    An die erste Vernehmung in Mainz kann sich die Polizistin des Kriminaldauerdienstes noch genau erinnern: "Blutbefleckt" sei das Kleid der Frau gewesen, berichtete sie unter anderem. Die verschiedenen Verletzungen habe sie fotografiert. Dazu habe das mutmaßliche Opfer mehrere SMS-Nachrichten vorgezeigt, mit denen der Angeklagte sie in seine Wohnung gelockt habe.

    Zu den Vorwürfen wollte der Angeklagte nichts sagen, aber er erzählte, dass er das mutmaßliche Opfer 2005 kennen und lieben gelernt habe. Mit Unterbrechungen sei man bis März 2011 zusammen gewesen. Die Trennung habe er nicht verkraftet. "Ich bin depressiv", berichtete er. Ein Gespräch mit einem Gutachter hat er aber auf Anraten seines Anwalts abgelehnt.

    Heiko Beckert

    Mainzer Rhein-Zeitung
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