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    MainzFrische Blumen vom Grab sind bei Dieben begehrt

    Elli H. hat die Nase voll. Schon wieder hat jemand Blumen vom Familiengrab geklaut. Erst vor kurzem hat sie die Anlage auf dem Hauptfriedhof frisch bepflanzt. Elli H. erstattet Anzeige gegen Unbekannt. Kein Einzelfall - auch wenn die meisten Geschädigten sich nicht an die Polizei wenden.

    Wie ärgerlich, wenn die frischen Blumen oder die neue Bepflanzung vom Grab verschwinden. 
Foto: Harry Braun
    Wie ärgerlich, wenn die frischen Blumen oder die neue Bepflanzung vom Grab verschwinden.
    Foto: Harry Braun

    Mainz - Elli H. hat die Nase voll. Schon wieder hat jemand Blumen vom Familiengrab geklaut. Erst vor kurzem hat sie die Anlage auf dem Hauptfriedhof frisch bepflanzt. Elli H. erstattet Anzeige gegen Unbekannt. Kein Einzelfall - auch wenn die meisten Geschädigten sich nicht an die Polizei wenden.

    Aber das Problem ist bekannt, wird immer mal wieder zum Thema auch bei der Verwaltung der Friedhöfe.

    Die offiziellen Anzeigezahlen sind nicht besonders hoch. Aber es gibt kaum einen Grabpächter auf dem Hauptfriedhof, der nicht schon selber bestohlen wurde oder zumindest ein anderes Opfer kennt. Vom Familiengrab von Anne G. zum Beispiel wurde im vergangenen Jahr zweimal hintereinander die komplette Frühjahrsbepflanzung mit genommen. Ihre Vermutung: "Entweder wollte sie jemand als Mitbringsel oder für den eigenen Garten, oder er pflanzt sie mal schnell auf seine eigene Grabstelle." Anne G. ist dazu übergegangen, Gestecke mit Draht an einem Bodenanker festzubinden. "Den kann man zwar auch herausziehen, aber wenigstens ist es nicht mehr so leicht."

    Ihre Freundin hat die Bepflanzung sogar ganz aufgegeben. Die Grabstelle, die nahe der Albert-Schweitzer-Straße und an einem Hauptweg liegt, wurde regelmäßig "abgeräumt". "Frische Blumen blieben keine zwei Tage stehen, und auch Pflanzen wurden innerhalb kurzer Zeit ausgegraben." Mittlerweile ist die Grabstelle der Familie nur noch mit Zierkies bedeckt.

    Blumen von einem Grab zu klauen, da scheint für einige Zeitgenossen die Hemmschwelle sehr niedrig zu sein. "Das wird immer mal wieder zum Thema", weiß Stadtsprecherin Ellen König, die so etwas "schlichtweg gemein" findet.

    Aber sie weiß auch: Die Taten sind schwer zu verhindern. "Wenn Sie jemandem an einem fremden Grab sehen, wissen Sie doch nicht, ob er wirklich zur Grabstelle gehört - und Sie können ja auch nicht jeden einfach ansprechen." Man habe seitens des Wirtschaftsbetriebs, der für die 14 Mainzer Friedhöfe zuständig ist, schon überlegt, Friedhöfe nachts abzuschließen, "aber letztlich schadet das dann auch den Nutzern".

    Auch bei den Friedhofsgärtnereien kennt man das Problem. "Der Hauptfriedhof ist ja Tag und Nacht offen. Die Diebe schauen sich tagsüber die Gräber an und stehlen dann nachts die Blumen", vermutet eine Mitarbeiterin.

    Allerdings hat es in diesem Jahr wohl bisher erst wenige Fälle gegeben. Denn zurzeit gibt es noch nicht viel zu holen. Erst wenn in den nächsten Wochen bis Ostern wieder mehr gepflanzt wird, wird auch wieder mehr geklaut. Irmela Heß

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