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    Frauen haben in Mainz schlechtere Jobs

    Mainz -  In Mainz haben Frauen die schlechteren und die schlechter bezahlten Jobs. Sie werden in Teilzeit- und Mini-Jobs gedrängt.

    Foto: Illustration: Michael Schauer

    Nach Angaben des Pestel-Instituts sind lediglich 42 Prozent aller Vollzeitstellen in Mainz mit Frauen besetzt. Ganz anders bei den Teilzeit- und Mini-Jobs: Hier beträgt der Frauenanteil 69 Prozent. "Frauen machen immerhin rund 15 540 Mini-Jobs in Mainz. Gerade hier ist das Niedriglohn-Risiko am höchsten: Zwei von drei der Mini-Jobs werden mit weniger als 8,50 Euro pro Stunde bezahlt. Oft liegen sie sogar weit darunter", sagt Brigitte Jakob von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi).

    Als billige Arbeitskräfte ausgenutzt

    Die Geschäftsführerin des Verdi-Bezirks Rhein-Nahe-Hunsrück spricht von einer "Niedriglohn-Schicht", die vom "fair bezahlten und damit anständigen Arbeitsmarkt" mehr und mehr abgekoppelt werde. "Gerade Frauen werden als billige Arbeitskräfte von Teilen der heimischen Wirtschaft regelrecht ausgenutzt", so Jakob.

    Gemeinsam mit Verdi übt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) heftige Kritik an der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in Mainz: "Arbeitsplätze, von denen man leben kann, werden systematisch abgebaut. Mini-Jobber übernehmen die Arbeit von Vollzeitkräften. Jobs werden zerschlagen, Löhne gedrückt", sagt Udo Löwenbrück. Der Geschäftsführer der NGG-Region Darmstadt und Mainz belegt dies mit Zahlen vom Pestel-Institut aus Hannover, das Verdi und NGG damit beauftragt haben, die regionale Arbeitsmarktsituation zu beurteilen. Demnach ist die Zahl der Mini-Jobs in den vergangenen zehn Jahren um 126 Prozent gestiegen.

    "Mini-Jobber sind moderne Tagelöhner - mies bezahlt mit wenig Schutz", so Löwenbrück. Er beklagt eine "völlig verlotterte Moral im Umgang mit dem Wert von Arbeit". "Für einen Niedriglohn zu arbeiten, bedeutet, dass man den Gürtel ganz eng schnallen muss. Wer dazu gezwungen ist, hat nicht mehr das Gefühl, dazuzugehören", sagt Udo Löwenbrück. Dumpinglöhner lebten längst in einer "Verzichtskultur", zu der sie gezwungen seien. Ganze Familien würden dabei vom gesellschaftlichen Leben abgekoppelt. "Bus- und Bahnfahrten sind für diese Menschen oft schon etwas Besonderes. Der Gang ins Kino oder Freizeitbad ist die absolute Ausnahme. Und ein Restaurantbesuch der pure Luxus", so der Geschäftsführer der NGG-Region Darmstadt und Mainz.

    Gewerkschaften: Armut ist ganz oft weiblich

    Die beiden Gewerkschaften appellieren an alle Beschäftigten, die einen Lohn von weniger als 8,50 Euro pro Stunde bekommen, diesen beim Dumpinglohnmelder www.dumpinglohnmelder.de online anzuzeigen. Beide Gewerkschaften wollen so die "Deutschland-Billiglohn-Landkarte" vervollständigen. Schon jetzt zeichne sich ab, dass "die Armut ganz oft weiblich ist", so Verdi und NGG.

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