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    GonsenheimFörster stellt Zustandsbericht vor: Für ein schonendes Miteinander im Wald

    Der Zustand des Lennebergwaldes ist "alles in allem erfreulich gut". Das erklärte Revierförster Stefan Dorschel dem Gonsenheimer Ortsbeirat, der das ebenso erfreut zur Kenntnis nahm. So spiele etwa der Borkenkäfer seit gut zehn Jahren keine Rolle mehr.

    Der Lennebergwald wird pro Jahr von Hunderttausenden Spaziergängern, Radfahrern, Hundebesitzern und Reitern genutzt. Das birgt immer wieder Konfliktpotenzial mit dem Natur- und Artenschutz. Archivfoto: Bernd Eßling
    Der Lennebergwald wird pro Jahr von Hunderttausenden Spaziergängern, Radfahrern, Hundebesitzern und Reitern genutzt. Das birgt immer wieder Konfliktpotenzial mit dem Natur- und Artenschutz. Archiv
    Foto: Bernd Eßling

    Von Jochen Dietz

    Und: Wo Bäume absterben, verjünge sich der Wald von selbst, ohne teure Pflanzungsmaßnahmen.

    Dauerthema für Dorschel bleiben die Nutzungskonflikte im Wald. Als bedeutendstes Mainzer Naherholungsgebiet mit jährlich rund einer Million Besuchern gelte es stets, die Balance zwischen Publikumsverkehr und dem Natur- und Artenschutz zu waren. "Wir wollen einen stabilen, nachhaltigen Wald."

    1996 wurde der Lennebergwald mit seinen charakteristischen Kalkflugsanddünen, dem Trockengras und dem typischen Kiefernbestand als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Andererseits wird er von Hunderttausenden Spaziergängern, Hundebesitzern, Joggern, Radlern, Mountainbikern, Geocachern oder Reitern genutzt, an deren Rücksicht auf das sensible Ökosystem der Förster appelliert.

    Nicht die Wege verlassen

    Dorschel erinnert an das Wegegebot, das Querfeldeinbewegungen verbietet. Pilze dürfen im Lennebergwald nicht gesammelt werden, keine Pflanzen, Sträucher, Bäumchen entnommen werden. Hunde sollen angeleint, beziehungsweise "im Einflussbereich ihrer Herrchen" sein, erklärt er. Der Förster droht weniger mit Gesetz und Strafe, sondern appelliert vielmehr an den "gesunden Menschenverstand" und ein schonendes, rücksichtsvolles Miteinander im Wald.

    Zudem könne er etwa Hundehalter ohnehin nur ansprechen und an ihre Einsicht appellieren, wenn sie ihre Tiere nicht unter Kontrolle hätten. "Ich habe da als Förster keine hoheitliche Kompetenz." Die obliege dem Ordnungsamt, das jedoch auch regelmäßig im Lennebergwald nach dem Rechten schaue. Auch nächtliche, halogenlicht-bestückte Radfahrer oder Geocacher (GPS-geleitete "Schatzsucher") seien störend.

    2012 sei das "Jahr der Wildschweine" gewesen, berichtet Dorschel weiter. Die hätten sich wegen der guten Nahrungssituation "ungeahnt vermehrt". 130 Schwarzkittel wurden abgeschossen. "Eine gigantische Zahl, wenn man ansonsten von drei bis fünf Stück pro Hektar ausgeht." Zahlen, wie viele Sauen es im Revier gibt, scheut sich der Förster zu nennen, das könne man nie genau sagen.

    Umweltbildung im Revier

    Auch berichtet der Revierleiter von den vielfältigen Aktivitäten zur Umweltbildung, teils in Zusammenarbeit mit der Universität oder dem Naturhistorischen Museum, den Familientagen, der Waldolympiade und, und, und. Alles um schon den Kleinen Verständnis und Sensibilität für den Wald zu vermitteln.

    Dorschel kündigt für den Bereich des Waldspielplatzes zwischen Elsa-Brändström-Straße und Wildpark für kommende Woche Baumfällarbeiten an. Eine Robinie sei bereits umgefallen, andere seien wackelig beziehungsweise abgestorben. Und das gehe zwischen Rutsche, Schaukel & Co. gar nicht. "Da werden Sie bestimmt Anrufe bekommen, was der Förster da für einen Kahlschlag macht", prophezeit er Ortsvorsteherin Sabine Flegel dem Förster und ihren Beiratsmitgliedern.

    Doch es müsse sein, sei mit der Naturschutzbehörde abgestimmt und geschehe im Namen der Verkehrssicherungspflicht des Zweckverbands Lennebergwald als Waldbesitzer. Dazu werde die Kirchstraße zwischen Am Sportfeld und Friedhof immer wieder mal kurzzeitig gesperrt. Auf den hier noch fragmentweise vorhandenen, teils mit Schutt aufgeschütteten einst militärischen Schießbahndämmen, die sich vor der Entstehung des Elsa-Wohngebiets in den frühen 1970er-Jahren noch von der Straße An der Krimm bis zum Wildpark zogen, hätten die Wurzeln wenig Halt.

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