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    Mainz-BingenEs bleibt dabei: Praxen werden geschlossen

    Der Kampf um die Bereitschaftspraxen in Rheinhessen geht weiter - doch die Karten für die Bürger aus Nieder-Olm, Wörrstadt und Sprendlingen stehen nicht gut.

    In den Bereitschaftszentralen finden Patienten an Wochenenden und Feiertagen medizinische Hilfe. Foto: dpa
    In den Bereitschaftszentralen finden Patienten an Wochenenden und Feiertagen medizinische Hilfe.
    Foto: dpa

    Mainz-Bingen - Der Kampf um die Bereitschaftspraxen in Rheinhessen geht weiter - doch die Karten für die Bürger aus Nieder-Olm, Wörrstadt und Sprendlingen stehen nicht gut. Die Schließung der Notarztzentralen in den drei Gemeinden zum 1. April rückt näher. Rettung ist nicht in Sicht.

    "Es hat sich an unserer Entscheidungsgrundlage bisher nichts geändert", sagte Torsten Erb, Abteilungsleiter bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV). Konkret bedeutet dies, dass alle Gespräche, die Kommunalpolitiker mit den Ärztevertretern geführt haben, ohne Ergebnis blieben. So sieht es Erb. So wird es auch in den betroffenen Rathäusern und im Ingelheimer Kreishaus gesehen. "Wir haben unsere Sicht der Dinge geschildert. Aber wir hatten nicht den Eindruck, dass die KV darauf eingegangen ist", ließ etwa der Mainz-Binger Landrat Claus Schick über seinen Pressesprecher Thomas Zöller mitteilen.

    Bei der angedrohten Schließung geht es vor allem ums Geld. Rund 500 000 Euro Defizit fahren die drei Bereitschaftszentralen derzeit ein. Für die defizitäre KV zu viel. Hinzu kommt, dass es in Rheinhessen im Vergleich zu anderen Landesteilen laut Erb eine Überversorgung an notärztlichen Praxen gibt. Wer hier krank ist, wird auch nach der Schließung der Praxen abends und an Wochenenden schnell zu einem Arzt im Bereitschaftsdienst kommen, so Erb. Geplant sind die Praxen an den Krankenhäusern in Ingelheim, Mainz, Bingen, Alzey, Worms und in Oppenheim, als einzige Praxis ohne Klinikanschluss, zu erhalten. Hintergrund ist auch, ein landesweit tragfähiges System zu finden. Denn in den ländlicher strukturierten Gegenden des Landes, sei die Bevölkerung mit Bereitschaftsärzten unterversorgt.

    Eine finanzielle Beteiligung der Kommunen zum Stopfen der Löcher wird es nicht geben - zumindest nicht in nennenswerter Höhe: "Wir haben den Eindruck gewonnen, dass es dafür kein Geld gibt", sagte Erb. Und die Nutzung mietfreier Räume würde die KV nicht eben weiter bringen - der größte Teil der Kosten käme schließlich vom Personal her, informierte der KV-Mann. Auch glaubt Erb nicht, dass das Land finanziell in die Bresche springt. "Bisher hat uns die Landesregierung in unseren Umstrukturierungsplänen unterstützt", sagte Erb. Allerdings gibt es auch Stimmen die sagen, die Ärzte würden die Schließungsdrohung im beginnenden Landtagswahlkampf nur als Druckmittel benutzen, um am Ende finanziell besser ausgestattet zu werden.

    Weiterhin gilt aber: Die Bereitschaftspraxen werden Anfang April geschlossen, so, wie es die Gesellschafterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Ende vergangenen Jahres beschlossen hat. Erb verdeutlichte noch mal die Zahlen, die der Entscheidung der KV zu Grunde liegen. So werde die Bereitschaftspraxis in Wörrstadt alle drei Stunden von einem Patienten aufgesucht. In Nieder-Olm, so heißt es, würden nur neun Patienten am Tag die Praxis besuchen, in Sprendlingen gar nur vier - plus jeweils einen Hausbesuch pro Tag.

    Zu Ängsten der Bevölkerung vor einer künftigen Unterversorgung sagte Erb: "Wer aus medizinischer Sicht einen Hausbesuch braucht, wird ihn auch künftig bekommen", sagt er. Dann eben aus einer der sechs verbliebenen Praxen. Zudem gibt er zu bedenken, dass Patienten auch heute schon am Wochenende längere Strecken mit dem Auto auf sich nehmen müssen, wenn sie zum Beispiel eine offene Apotheke suchen müssen, um ihr Medikament zu bekommen.

    Diskutiert über das Thema haben gestern Abend auch Vertreter der einzelnen Parteien im Fernsehen. In der SWR-Sendung "Reiss und Leute" waren neben Markus Conrad, Verbandsbürgermeister von Wörrstadt, auch die rheinland-pfälzische KV-Vorsitzende Dr. Sigrid Ultes-Kaiser und Tom Rutert-Klein vom Gesundheitsministerium dabei. Sie verteidigten den Ansatz, wobei der Mann vom Land der Ärztin ins Stammbuch schrieb: "Wir wünschen uns da aber mehr Kommunikation." Am Ende bekam Ultes-Kaiser einen ersten Packen mit 500 Unterschriften von Bürgern überreicht. "Das ist nur der Anfang, wir haben noch mehr", sagte Conrad. Und auch der Beigeordnete der Verbandsgemeinde Nieder-Olm, Erwin Malkmus (FWG) sagte der MRZ: "Wir haben bei uns schon 500 Unterschriften gesammelt."

    Bis Ende Februar liegen die Listen noch aus, dann sollen sie übergeben werden. Bardo Faust

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