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    Eigentümerin der "Studentenburg" nur eine Briefkastenfirma?

    Hattersheim/Gonsenheim - Ein leer stehendes Mehrfamilienhaus an einem trostlosen Ortseingang von Hattersheim-Eddersheim, Neckarstraße 52, zwischen Mainz und Frankfurt. Es ist eingerüstet, wird gerade renoviert. Keine Klingel, dafür ein Briefkasten: Centuis AG. Auf dem provisorischen Zettel darunter: "Alle anderen Firmen sind verzogen." Das Gebäude ist ausgestorben.

    Voller Briefkasten, leeres Büro: der Firmensitz der Centuis AG in Hattersheim.
    Voller Briefkasten, leeres Büro: der Firmensitz der Centuis AG in Hattersheim.
    Foto: Jochen Dietz

    Hattersheim/Gonsenheim - Ein leer stehendes Mehrfamilienhaus an einem trostlosen Ortseingang von Hattersheim-Eddersheim, Neckarstraße 52, zwischen Mainz und Frankfurt. Es ist eingerüstet, wird gerade renoviert. Keine Klingel, dafür ein Briefkasten: Centuis AG. Auf dem provisorischen Zettel darunter: "Alle anderen Firmen sind verzogen." Das Gebäude ist ausgestorben.

    Die Centuis AG hatte die inzwischen leere "Studentenburg", das Hauptgebäude der ehemaligen Lee-Barracks in der Canisiusstraße, im vergangenen Jahr vom Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung erworben, um hier für rund 35 Millionen Euro ein generationenübergreifendes Wohnen im "Offizierspark" zu schaffen (wir berichteten). Ausgesuchte Studenten sollen hier kostenfrei wohnen, wenn sie sich verpflichten, sich um die älteren Bewohner zu kümmern.

    Bei einem Anwohner-Infoabend vor drei Wochen hatte Centuis-Chef Sandro Bellomo seine Pläne gepriesen: Ihm lägen "glückliche Menschen" am Herzen. Und: Er habe keinerlei finanzielle Interessen. Einige Teilnehmer fühlten sich eher an eine Kaffeefahrt erinnert, bei der nur noch die Heizdecken gefehlt hätten. Aus der ehemaligen Studenten-Mieterschaft gab es Beschwerden, sie würden noch vergeblich auf ihre Kautionen warten.

    Der meiste Widerstand richtete sich jedoch gegen die Bellomo-Pläne, den Hauptdurchgang zum Neubaugebiet Am Großen Sand zu schließen. "Der wirkte dann eingeschnappt", so ein Anwohner zu der Reaktion Bellomos auf die Widerworte. Auch liegt die Zukunft der Kita Burg Unibunt auf dem Areal im Argen, die dringend neue Räume sucht.

    Derweil ist in der Immobilienzeitung über die Centuis AG zu lesen, dass die Motive nicht nur selbstlos, sondern durchaus kommerziell sind: "Die älteren Bewohner zahlen knapp 1600 Euro im Monat für den Platz in einem der 154 Einzelzimmer (38 Quadratmeter) oder 54 Doppelzimmer (60 Quadratmeter). Die Appartements werden derzeit an Anleger vermarktet. Ab 120 000 Euro kosten die möblierten Einheiten. Bellomo spricht von einer Rendite von 5,5 Prozent und einer fünfjährigen Mietgarantie. Die Vermietung übernehme Centuis selbst. 40 Prozent habe Bellomo bereits verkauft, der Rest soll schnell folgen", heißt es in der Ausgabe vom 25. August.

    Bellomo äußert sich nicht. Seit mehr als einer Woche keine Reaktion auf mehrfache MRZ-Telefonanfragen und E-Mails. Auf der Centuis-"Offizierspark"-Homepage kommt man auch keinen Klick weiter. Beim weiteren Nachforschen findet man Bellomo nicht nur in Hattersheim, sondern auch in Sulzbach sowie in Schwalbach unter Klimatechnik beziehungsweise Ventilatoren firmierend. Einen Bauantrag hat er bisher nicht gestellt, sagt die Gonsenheimer Ortsvorsteherin Sabine Flegel. Ihr gegenüber habe Bellomo erklärt, er wolle zuvor die Pläne noch einmal überarbeiten und statt des Hauptdurchgangs zwei seitliche Durchgänge schaffen. Jochen Dietz

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