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    MainzDer Mann für die spektakulären Nachrichten

    Tobias Huch ist der Frontmann der JuLis Rheinhessen-Vorderpfalz und lebt das Motto „bestimmt nicht kleinlaut“. Seine Wurzeln hat er als Unternehmer im Erotikbereich.

    Tobias Huch demonstrierte im Januar beim Sarrazin-Besuch - nicht wie die anderen dagegen, sondern für die Meinungsfreiheit. 
Foto: Julia Rau
    Tobias Huch demonstrierte im Januar beim Sarrazin-Besuch - nicht wie die anderen dagegen, sondern für die Meinungsfreiheit.
    Foto: Julia Rau

    Mainz - Eine der schillerndsten Figuren im deutschen Internet engagiert sich jetzt in erster Reihe bei den Jungen Liberalen: Tobias Huch, bekannter und skandalträchtiger Internetaktivist und Unternehmer mit Wurzeln im Erotikbereich, steht an der Spitze der JuLis Rheinhessen-Vorderpfalz.

    "Konsequent liberal und bestimmt nicht kleinlaut", hat sich der neue Vorstand als Motto gegeben - und der 29-Jährige selbst liefert das personifizierte Gegenteil von kleinlautem Auftreten. Er ist der Mann, der immer wieder für spektakuläre Prozesse und Nachrichten gut ist: Er brachte ans Licht, dass Millionen Kundendaten von T-Mobile herumvagabundierten, er machte den Schlecker-Datenskandal öffentlich. Und er spricht schon vom nächsten Skandal, den er aufdecken will und der größer sein wird als bisherige.

    "IT-Legende" hat ihn die "Bild" bezeichnet. Heise.de nannte ihn auch "streittüchtigen Unternehmer". Als er dem Bund Deutscher Kriminalbeamter wegen der Haltung zur Vorratsdatenspeicherung "Gestapo 2.0" vorhielt, sah er der Strafanzeige "mit Freuden entgegen". Die Anzeige sei im Mülleimer gelandet. Wie schon einige Ermittlungen gegen ihn zu nichts führten. Den Anlass für den "Gestapo"-Vergleich hatte es am Rande eines FDP-Parteitags gegeben. Huch war dort - nicht als Delegierter.

    Huch war auch beim Neujahrsempfang der Landes-CDU mit Bundeskanzlerin Merkel - als einziger Liberaler. Andere Parteien zu besuchen, das ist nichts ungewöhnliches, sagt er, der seit zehn Jahren FDP-Mitglied ist. "Nur mit der SPD Rheinland-Pfalz habe ich meine Probleme, bei den Skandalen, die da aufpoppen."

    In der "großen" FDP soll seine Wahl nicht nur auf Begeisterung gestoßen sein. Huch dürfte auch noch nicht am Ende seiner Ambitionen angelangt sein. Seine Ziele umschreibt er damit, "meine Meinung an geeigneter Stelle einbringen zu können." Posten seien dabei nicht unbedingt wichtig. So viel scheint klar: "Berufspolitiker werde ich nicht, ich bin Unternehmer." Und das schon lange.

    Selbst noch nicht lange volljährig, hatte Huch eine Firma gegründet, die ein Altersprüfsystem für Erotik- und Porno-Seiten anbot. Der Begriff "Erotikunternehmer" ist deshalb eng mit ihm verknüpft. Und: Nachdem das Bundesverfassungsgericht seine Verfassungsbeschwerde nicht annahm, die "das Verbot der Verbreitung sogenannter einfach pornografischer Darbietungen im Internet an Minderjährige" aufweichen wollte, führt er diesen Kampf beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

    "Konsequent liberal" stand Huch allein mit dem Plakat "Für Meinungsfreiheit" am Kurfürstlichen Schloss, als 300 Menschen gegen Thilo Sarrazin als Laudator für Lars Reichow protestierten. Mit dem Strom zu schwimmen kann man ihm nicht vorwerfen. Lars Wienand

    Was Huch vom "Ehrenvorsitzenden" Rainer Brüderle erwartet, wie er mit seinen netzpolitischen Ansätzen die Piratenpartei sieht und wie er für Liberia an UN-Versammlungen teilnimmt: http://ku-rz.de/huchjuli

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