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    MainzDemenz: Unimedizin setzt auf Service

    Die Universitätsmedizin Mainz geht mit ihrer "Servicestelle Demenz" neue Wege. Das Pilotprojekt ist bundesweit einmalig. Gestern wurde es vorgestellt.

    Die Ausstellung "Demenz ist anders" mit einfühlsamen und humorvollen Fotos von Michael Hagedorn zeigt in Bau 102 der Universitätsmedizin Mainz, um welche Menschen es bei dem Pilotprojekt der "Servicestelle Demenz" geht. Foto: Harry Braun
    Die Ausstellung "Demenz ist anders" mit einfühlsamen und humorvollen Fotos von Michael Hagedorn zeigt in Bau 102 der Universitätsmedizin Mainz, um welche Menschen es bei dem Pilotprojekt der "Servicestelle Demenz" geht.
    Foto: Harry Braun

    Von Gerd Blase

    Rund 1,3 Millionen Menschen in Deutschland sind demenzkrank, und jährlich wächst die Zahl der Betroffenen um schätzungsweise 250 000. Doch oft fehlt jede Diagnose, die wirklichen Zahlen bleiben im Dunkeln. Andreas Fellgiebel, Leitender Oberarzt sowie Leiter der Demenzforschung und Demenzversorgung an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, bricht dieses Szenario auf die Patientensituation an den Uni-Kliniken herunter: "Wir hatten 2011 circa 19 000 Patienten über 70 Jahre, davon werden gut 2000 demenzkrank gewesen sein, aber nur bei 750 wurde diese Diagnose gestellt."

    Dabei bräuchten gerade Demenzkranke, die etwa mit einem Oberschenkelhalsbruch oder einer Lungenentzündung in die Klinik eingeliefert werden, mehr Aufmerksamkeit. Sie kämen häufiger zu Tode als andere Patienten.

    Kaum Zeit, auf Probleme einzugehen

    "Pflegekräfte und Stationen sind andererseits mit der zusätzlichen Arbeit, die auf sie zukommt, überfordert", sagt Fellgiebel. "Alles ist straff organisiert." Da sei kaum Zeit, auf besondere Probleme oder ungewöhnlich reagierende Patienten einzugehen.

    Hier setzt die "Servicestelle Demenz" an. Sie soll die Versorgung von Patienten mit Demenz und anderen kognitiven Einschränkungen verbessern. Die Servicestelle betreut vorerst zehn ausgewählte Stationen der Uni-Kliniken und wird über zwei Jahre mit 53 000 Euro vom rheinland-pfälzischen Gesundheitsministerium unterstützt.

    Sreening-Verfahren bringt belastbare Zahlen.

    Ihre Arbeit fußt auf drei Säulen. Zum einen stellt das Pflegepersonal durch ein Screening-Verfahren, bestehend aus kurzen Tests, fest, bei welchen Patienten jenseits der 70 kognitive Probleme vorliegen. So erhält die Universitätsmedizin endlich belastbare Zahlen.

    "Außerdem bilden wir Demenz-Buddys aus", erklärt Eva Quack, die Leiterin der Servicestelle. Konkret handelt es sich dabei um zwei Frauen im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ), die einspringen, wenn Demenzkranke Zuwendung brauchen. "Sie werden zusätzlich auf den Stationen eingesetzt, begleiten Patienten zu ihren Untersuchungen, bieten ihnen Gedächtnistraining an oder lesen ihnen vor."

    Schulungen fürs Personal

    Zudem wird das Pflegepersonal auf den beteiligten Stationen geschult. Es soll sensibilisiert werden für die Situation von Demenzkranken und es soll lernen, die betroffene Personen früher zu erkennen.

    Die beiden FSJlerinnen sind seit Juli mit Quack an der Arbeit. "Seitdem hatten wir rund 140 Einsätze", sagt die Servicestellen-Leiterin. "Aber wir können schon sehen, dass der Bedarf höher ist als das, was wir jetzt schon haben."

    Die Arbeit der Servicestelle wird über den Förderungszeitraum weitergeführt und ausgebaut. "Das steht jetzt schon fest", stellt Fellgiebel klar.

    Mainzer Rhein-Zeitung
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