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    MainzBlumenhändler und Ordnungsamt streiten vor Gericht

    Wenn man das Verhältnis zwischen dem Blumenhändler Gerhard Wunn und dem Ordnungsamt der Stadt beschreiben wollte, dann müsste wohl von einem zähen Grabenkampf die Rede sein.

    Ärger mit dem Ordnungsamt: Blumenhändler Gerhard Wunn.
    Ärger mit dem Ordnungsamt: Blumenhändler Gerhard Wunn.
    Foto: Andreas Nöthen

    Mainz - Wenn man das Verhältnis zwischen dem Blumenhändler Gerhard Wunn und dem Ordnungsamt der Stadt beschreiben wollte, dann müsste wohl von einem zähen Grabenkampf die Rede sein.

    "8000 Mark" Strafe und "29 Punkte in Flensburg" verdanke er der Verkehrsüberwachung, klagte der einstige Marktbeschicker Richterin Christel Knechtel sein Leid. Sogar das Gewerbe musste er abmelden, danach lief das Geschäft auf den Namen seiner Frau. "Ich könnte da endlos weitermachen", ereiferte sich der Endsechziger, der seit rund 30 Jahren auf dem Wochenmarkt Blumen verkauft hat. Am Montag landete nun ein weiteres Scharmützel zwischen ihm und dem Ordnungsamt vor Gericht. "Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte" lautete die Anklage der Staatsanwaltschaft.

    An einem kalten Samstagmorgen im November 2010 forderten zwei Verkehrsüberwacher am Leichhof den Blumenmann auf, seinen Lieferwagen zu entfernen. "Ab 9 Uhr soll die Fußgängerzone frei sein", erläuterte einer der beiden Beamten die Ausgangssituation, die zu einer körperlichen Auseinandersetzung führte. Kaum angesprochen, soll Wunn ausgerastet sein. Erst habe er getobt. "Und dann ist er auf meinen Kollegen zugerannt", berichtete die Partnerin des Zeugen. Der Verkehrsüberwacher habe zur Abwehr die Arme erhoben, und der Blumenmann soll in die Hände hineingerannt sein. Daraufhin hat Wunn die Polizei gerufen, er sei geschlagen worden. Für beide eine glasklare Lüge.

    Etwas anders erzählt Wunn diese Episode: Gerade am Ausladen sei er von den Ordnungshütern gestört worden. Denen habe er höflich erklärt, dass er sehr wohl auch nach 9 Uhr noch auspacken dürfe, wenn die Temperaturen im Minusbereich sind. Der Mann habe ihn dann beim Ausladen gestoßen, so dass er zu Boden gegangen sei. Erst nach diesem Stoß habe er lautstark geschimpft.

    Welche der beiden Geschichten wahr ist, konnte das Gericht nicht klären. Dafür stellte sich heraus, dass Wunn Recht hatte. Weil es an jenem Morgen sehr kalt war, durfte er seine Blumen, um sie vor dem Erfieren zu schützen, im Wagen lassen. Das wussten die beiden Mitarbeiter des Ordnungsamtes erstaunlicherweise nicht. Für das Gericht ein guter Grund, um das Verfahren einzustellen.  Heiko Beckert

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