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    MainzAuf der Suche nach neuen Medikamenten im Meer

    Dass sich Wissenschaftler und Mediziner an der Natur orientieren, ist nichts Neues. Dass sie aber auf der Suche nach Quellen für Arzneistoffe und biologische Materialien tief ins Meer abtauchen, ist erst seit einigen Jahren naturverträglich möglich. Zwei Experten berichten darüber am nächsten Vortragsabend der Reihe "Medizin: Faszination Forschung".

    Foto: ff

    Mainz - Dass sich Wissenschaftler und Mediziner an der Natur orientieren, ist nichts Neues. Dass sie aber auf der Suche nach Quellen für Arzneistoffe und biologische Materialien tief ins Meer abtauchen, ist erst seit einigen Jahren naturverträglich möglich - dank moderner Molekularbiologie. Welche Erkenntnisse die Forscher in der Tiefsee gewinnen, und welche Behandlungsmöglichkeiten sich daraus ergeben können, darüber berichten zwei Experten auf dem Gebiet der "Blauen Biotechnologie" am nächsten Vortragsabend der Reihe "Medizin: Faszination Forschung": Mittwoch, 14. Dezember, 19.15 Uhr.

    Im Labor können die bioaktiven Schwämme hergestellt werden.
    Im Labor können die bioaktiven Schwämme hergestellt werden.
    Foto: p

    Die Reihe, die seit einigen Jahren von Medizinischer Gesellschaft, Universitätsmedizin und Mainzer Rhein-Zeitung gemeinsam veranstaltet wird, will Laien einen Einblick in gegenwärtige Mainzer Forschungsprojekte ermöglichen.

    Über die "Erkenntnisse aus der Tiefsee für die Biomedizin" spricht am 14. Dezember Prof. Dr. Werner E.G. Müller (Foto) vom Institut für Physiologische Chemie der Universitätsmedizin Mainz. Der Wissenschaftler entwickelt mit seinem Team intelligente nano-medizinische Biomaterialien auf der Basis von Erkenntnissen, die an den ältesten Tieren gewonnen wurden, den Schwämmen.

    Die können mithilfe von Enzymen sogenanntes Biosilikat produzieren. Die Mainzer Forscher haben daran angeknüpft und sind heute ebenfalls in der Lage, Biosilikat herzustellen. Der natürliche Stoff entsteht im Reagenzglas, also ohne die Tiefseeschwämme weiter zu beeinträchtigen, und ist stabil und flexibel. Er könnte bald in der regenerativen Medizin eine wichtige Rolle übernehmen: Geplant ist, mit Biosilikat beschichtete Oberflächen bei der Knochen- und Zahnbildung einzusetzen. Eine gute Perspektive in einer Zeit, in der die Osteoporose auf dem Vormarsch ist.

    Für seine Spitzenforschung erhielt Prof. Müller 2010 die höchstdotierte Forschungsförderung (rund 2,2 Millionen Euro) der Europäischen Union. Das von ihm im Jahr 2001 mitbegründete Unternehmen BIOTECmarin wurde außerdem Mitte des Jahres als "ausgewählter Ort" beim bundesweiten Innovationswettbewerb "365 Orte im Land der Ideen" ausgezeichnet.

    Der zweite Redner des Abends kommt ausnahmsweise einmal nicht aus Mainz: Prof. Dr. Franz Brümmer vom Biologischen Institut der Universität Stuttgart spricht über "Marine Schwämme und ihre chemische Keule - Auf der Suche nach neuen Medikamenten aus dem Meer".

    Denn Schwämme bilden nicht nur Biosilikat, sondern wie andere wirbellose Meeresbewohner auch eine Fülle von bioaktiven Substanzen. Darunter solche, die gegen Malaria helfen oder die Anlagerung von Feststoffen verhindern (Anti-Fouling) bis hin zu solchen, die Tumoren und Bakterien bekämpfen.

    Prof. Brümmer wird erläutern, wie man bei der Suche nach Wirkstoffen vorgeht, wie man sie findet, und wie man dann - in Aquakulturen oder im Labor - die entsprechenden Organismen vermehrt, um immer wieder genügend Wirkstoffe für die Forschung zu erhalten.

    Z Der kostenlose Vortrag beginnt am Mittwoch, 14. Dezember, 19.15 Uhr im Hörsaal der Chirurgie (Gebäude 505 H) auf dem Gelände der Universitätsmedizin. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Fürs nächste Jahr sind bei "Medizin: Faszination Forschung" folgende Themen geplant: "Warum haben wir Angst? (Mittwoch, 25. Januar), "Der Demenz auf der Spur" (Mittwoch, 29. Februar), außerdem "Hirntumoren - mit Computer und Roboter zur Heilung" (18. April), "Sehen und Leben" (23. Mai), "Schöne Zähne für Körper und Seele" (20. Juni).

    Irmela Heß

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