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    IstanbulAbenteuer Istanbul (4): Umziehen macht doch Spaß!

    Nach einem Wohnheim und drei verschiedenen Wohnungen innerhalb von sechs Wochen können wir nun stolz behaupten, Erfahrung in Sachen Umzug in Istanbul gesammelt zu haben.

    Schon geübt: auf gepackten Koffern.
    Schon geübt: auf gepackten Koffern.
    Foto: Lena Merk und Katharina W

    Das Wohnheim

    Man muss Prioritäten sezen: kein Bett, aber einen Beamer mit Riesenleinwand.
    Man muss Prioritäten sezen: kein Bett, aber einen Beamer mit Riesenleinwand.
    Foto: Lena Merk und Katharina W

    In den ersten drei Wochen wurden wir ungefragt in ein Vier-Bett-Zimmer eines türkischen Mädchen-Wohnheimes einquartiert. Das Zimmer bestand aus zwei Stockbetten, vier Schreibtischen, auf denen geradeso der Laptop abgestellt werden konnte, leider nur drei Schreibtischstühlen und einem Kühlschrank. Ein winziges fensterloses Bad konnten wir auch unser Eigen nennen, wobei es hier ein kleines Problem mit der Lüftung und der „Dusche“ gab: Die Lüftung hatte die Lautstärke eines Presslufthammers, wann immer man das Licht anschaltete; die Dusche war lediglich eine Brause an der Wand, weshalb das komplette Zimmer täglich überschwemmt wurde.

    Nach ständigen Diskussionen und Verständigungsproblemen mit unseren beiden russischen Mitbewohnerinnen und einer Spontanaktion, in der wir mal eben das Zimmer für Streicharbeiten komplett räumen sollten, beschlossen wir, die Unterkunft zu wechseln.

    Wie gerufen kam die Einladung eines deutschen ERASMUS-Studenten, der bereits eine WG gefunden hatte: „Hey, meine türkischen Mitbewohner sind gerade auf Europa-Reise – kommt doch zu mir!“ – „Okay.“

    Fabis „Butze“

    Kurzerhand zogen wir mit drei Personen in Fabis behagliche Behausung ein. Anhand einiger Szenarien versuchen wir die Wohnsituation zu veranschaulichen.

    Wir teilten die Wohnung mit mehreren Haustieren: Im Wohnzimmer saß ein verrückter, ständig plärrender Kanarienvogel, der sich gerne mal wie ein Brummkreisel im Käfig drehte, wodurch sich seine Federn im gesamten Haus gleichmäßig verteilten. Als Lena eines frühen Morgens um 13 Uhr erwachte, hatte sie als erfahrene Biologin die Chance, eine seltene Insektenart zu identifizieren: Von der Balkontür aus bahnte sich eine Ameisenstraße den Weg in Kathis Koffer. Doch damit nicht genug! In der Küche nahm ein türkischer Spatz sein Mittagessen ein und pickte genüsslich die Krümel von Boden und Spüle auf. Wie praktisch!

    Menschliche Besucher wurden eher selten als solche erkannt, da die Türklingel Vogelschreie imitierte und somit die Tür erst gar nicht geöffnet wurde.

    Eines Tages fanden wir uns vor verschlossener Eingangstür wieder, da ohne Ankündigung des Vermieters das Schloss ausgetauscht wurde. Es erwies sich als äußerst günstig, dass Fabi an diesem Tag viel im Haushalt zu tun hatte und somit leider den Sprachkurs versäumen musste. So konnte er uns die Tür von innen öffnen. Ersatzschlüssel gab es erst mal keine. Die überbrachte dann ein Mann mit Taschenlampe, der um 23:30 Uhr vor der Tür stand, Fabi ins Gesicht leuchtete und auf türkisch wissen wollte, was er überhaupt hier zu suchen habe.

    Als Fabi keinen vernünftigen Satz zustande brachte, zog er murrend wieder ab. Am nächsten Tag wurde unser Freund von seinem türkischen Mitbewohner kontaktiert und darüber informiert, dass er es lieber nicht an die große Glocke hängen sollte, dass er in der Wohnung wohne – das sei ein bisschen inoffiziell. Gut zu wissen!

    Schlussendlich war es dann auch nicht mehr verwunderlich, dass das Wasser mal für einen Tag abgestellt wurde – natürlich ohne Vorankündigung.

    WG-Leben mit türkischen Zwillingen

    Die nächste Zwischenstation war eine Drei-Zimmer-Wohnung im Herzen von Kadiköy auf der asiatischen Seite Istanbuls. Wir bewohnten jeweils ein kleines Zimmerchen. Unsere beiden türkischen Mitbewohnerinnen teilten sich das Wohnzimmer als Schlafstätte. Auf die Dauer wurde dies ziemlich eng. Hinzu kamen entsetzte Reaktionen türkischer Freunde auf die Höhe des Mietpreises, den wir monatlich an die Zwillinge bezahlen sollten: „Dafür könnt ihr hier ein Einfamilienhaus mieten!“

    Ein bisschen störend waren auch solche Dinge, wie das Auslaufen der Toilette, wenn man duschte (wie auch immer das von statten ging), die Gitterstäbe vor den Zimmerfenstern, die Wand vor dem Küchenfenster, das fehlende Fenster im Bad, der fanatisch brüllende Nachbar, Kathis Zimmertür, die man nicht schließen konnte oder das Spielzeug vom Jungen nebenan, das immerzu die Melodie von Ricky Martins flottem Hit „la vida loca“ in bahnbrechender Geschwindigkeit und in Dauerschleife ertönen ließ. So packten wir auch hier wieder unsere sieben Sachen und mieteten eben eine eigene Wohnung!

    Trautes Heim im vierten Stock

    Ziemlich spontan und überhaupt nicht unüberlegt fanden wir uns plötzlich im Wohnzimmer unserer zukünftigen, bereits möblierten Wohnung wieder und unterschrieben einen türkischen Vertrag. An einen Übersetzer hatten wir natürlich gedacht. Der taugte allerdings nicht viel. Fast hätten wir einen Jahresmietvertrag abgeschlossen. Unsere wagen Türkischkenntnisse der Zahlen 1 – 10 konnten uns davor noch einmal bewahren. Als Kathi Fragen zu versicherungstechnischen Dingen im Falle eines Rohrbruchs stellte, wurde sie erst misstrauisch beäugt und dann lauthals ausgelacht. Der Kommentar des Vermieters: „Sowas gibt‘s hier nicht.“ Danach musste die Wohnung zwei Tage lang grundgereinigt werden.

    Fazit: Gott sei Dank haben wir jetzt einen Mega-Fernseher und einen Beamer mit Leinwand im Wohnzimmer. Sowas ist ziemlich wichtig! Leider hat Lena kein Bett.

    Lena Merk & Katharina Wolf

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