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    MainzÜberraschende Wende bei Gastro-Streit in der Altstadt

    Der Streit um die Bewirtschaftung des Innenhofs des Cafés dell Arte in der Altstadt wird aller Voraussicht nach vor Gericht fortgesetzt. Gestern kündigte Nariman Khalatbari, der Betreiber des Cafés, an, dass er zu einem Rechtsanwalt geht. „Jetzt reicht es."

    Nebenkriegsschauplatz des Altstadt-Streits: das Café Lavazza.
    Nebenkriegsschauplatz des Altstadt-Streits: das Café Lavazza.
    Foto: Bernd Eßling

    Von unserem Redakteur Armin Thomas

    "Ich habe die Nase voll“, schimpfte er. Der Anlass zu diesem Schritt ist ein Schreiben einer Liegenschaftsverwaltung aus Oberwesel an die Stadtverwaltung Mainz und die Genehmigungsbehörde SGD-Süd.

    Darin behauptet die Liegenschaftsverwaltung, dass das Café dell Arte vor drei Jahren selbst einen Antrag unterstützt habe, die Espresso-Bar Lavazza in der Augustinerstraße 46 in ein reines Einzelhandelsgeschäft zurückzuführen und die dortige Außengastronomie zu unterbinden. Das dem Schreiben beiliegende Dokument vom 26. Juli 2010 trägt den Stempel des Cafés dell Arte und die Unterschrift von Khalatbaris Ehefrau. Er hält dagegen, seine Frau habe das Dokument unterzeichnet, weil der Besitzer des Eckhauses Badergasse, Augustinerstraße sie darum gebeten habe für eine Durchfahrtgenehmigung zu anstehenden Renovierungsarbeiten an dem Eckhaus. Um das Café Lavazza sei es nicht gegangen. „Damit haben wir nichts zu tun.“

    Doch genau dies behauptet die Liegenschaftsverwaltung aus Oberwesel. „Wenn es darum geht, einen Konkurrenten loszuwerden, gilt für das Café dell Arte der Bebauungsplan.“ Die Liegenschaftsverwaltung appelliert direkt an die Stadt: „Als Grundstückseigentümer im Bebauungsgebiet A 231, zu dem auch das Café dell Arte gehört, rate ich Ihnen dringend von Sondergenehmigungen jeglicher Art ohne Änderung des Bebauungsplans abzusehen.“ Die Folgen für die Stadt bezüglich Schadenersatzklagen von Gastronomen und Immobilieneigentümern im Sanierungsgebiet sowie die damit verbundene Unwirksamkeit ihrer Sanierungsbescheide seien „unabsehbar für die Stadt“. Die Liegenschaftsverwaltung behauptet zudem, die Stadt Mainz habe sich die Gastronomiefläche von 90 Quadratmetern im Frankfurter Hof selbst genehmigt, obwohl laut Bebauungsplan nur 75 Quadratmeter genehmigungsfähig gewesen seien. Die Stadt Mainz wollte diese Ausführungen gestern nicht kommentieren, erklärte Stadtsprecher Markus Biagioni auf MRZ-Anfrage.

    Am Freitag waren Baudezernentin Marianne Grosse und Ordnungsdezernent Christopher Sitte bei Khalatbari im Café dell Arte gewesen, um nach einer Lösung zu suchen, die es dem Pächter ermöglicht, die Bewirtschaftung des Innenhofs wieder aufzunehmen. Er selbst kann jetzt ein unabhängiges Lärmgutachten in Auftrag geben. Falls das Ergebnis für ihn positiv ausfällt, wird der Innenhof aus dem Bebauungsplan „befreit“. Und Khalatbari kann den Innenhof mit seinen maximal 15 Sitzplätzen wieder öffnen (MRZ vom Samstag).

    In der Lavazza-Bar verfolgt man das Geschehen eher gelassen: „Die Café-Bar hat seit 18 Jahren eine Konzession für Einzelhandel plus Kaffeeausschank – ähnlich wie Eduscho und Tchibo“, erzählt Geschäftsführer Thomas Fink. „Seit 1997 dürfen Stehtische vor dem Café aufgestellt werden und seit 2007 auch Tische und Stühle.“ Und der Antrag vom Juli 2010? Fink: „Davon habe ich noch nie gehört.“

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