Mobilfunk „klaut“ Kulturszene die Frequenzen
Mainz erneuert sowieso
Auch am Mainzer Staatstheater ist das Problem bekannt. „Das betrifft ja alle, die mit Bühnentechnik zu tun haben, also auch uns“, sagt der kaufmännische Geschäftsführer Volker Bierwirth. „Aber das passiert ja nicht von heute auf morgen.“ Die Übergangszeit will das Staatstheater nutzen, um die Funktechnik im Haus auf den neuesten Stand zu bringen. „Alle Maschinen und technischen Anlagen bedürfen einer regelmäßigen Erneuerung, und wir denken da in Mehr-Jahres-Zeiträumen und in Mehr-Jahres-Investitionen.“ Also: Das Theater hätte die Technik eh in den kommenden Jahren erneuern müssen, zieht jetzt die Maßnahme vielleicht vor, um gerüstet zu sein. „Was das kosten wird, kann ich noch nicht genau sagen.“
„Das heißt im Grunde, dass wir sämtliche alte Funkstrecken wegwerfen können“, bestätigt auch Lars Brennecke, Geschäftsführer der Koblenzer Veranstaltungstechnik-Firma „Action Light Veranstaltungstechnik“, deren Anlagen bei Open-Air-Festivals, Konzerten, Messeauftritten, Kongressen und Sportveranstaltungen im Einsatz sind. „Der Hersteller Sennheiser hat jetzt eine Alternative vorgestellt, Geräte aus der letzten Serie von Sennheiser können umgerüstet werden, ansonsten muss man neue kaufen“, erklärt der Meister für Veranstaltungstechnik.
Das Aufrüsten wird ungefähr 300 Euro pro Funkstrecke kosten, also pro Einheit aus Sender (zum Beispiel am Mikro oder an der Gitarre) und Empfänger. „Wenn man neu kauft, muss man dann überlegen, welche Ausführung man sich anschafft. Die Profiserie kann bis zu 6000 Euro pro Funkstrecke kosten.“
Gibt es eine Schonfrist?
Zwar spricht Brennecke von einer „Schonfrist“ bis 2015 – bis dahin sollen die neuen Mobilfunkfrequenzen komplett im Einsatz sein. Doch schon jetzt kann es passieren, dass die alte Technik nicht mehr funktioniert: „Dazu kann es schon reichen, dass ein Sendemast in der Nähe ist. Und Nähe kann 50 bis 100 Kilometer bedeuten.“
Seine Firma erneuert die Technik zwar sowieso regelmäßig, doch bislang konnte das alte Material zumindest weiterverkauft werden. „Die Sachen sind ja nicht schlecht, nur weil wir sie aussortieren. Und so konnten sie zumindest für den Privatgebrauch noch verwendet werden. Das fällt jetzt natürlich weg.“









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