Geburtstagsparty am Ring mit Kiss-Effekten
Ruhnau, inzwischen 35 und nach Jahren des Campierens am Ring glücklich darüber, nach den Konzerten bei den Eltern ein ordentliches Bett vorzufinden, arbeitet in Berlin als freier Webdesigner und -entwickler. Die „Ringrocker“ waren auch Thema seiner Diplomarbeit – er schrieb da〜rüber, wie sich solche freien Communities zu den Marken verhalten, für die sie gegründet wurden.
Die Marke „Rock am Ring“ ist intakt – vielleicht so intakt wie noch nie in 25 Jahren. Dank seiner Historie ist „RaR“ eine Legende – Ehre und Bürde zugleich für die Veranstalter, die ihren Anspruch Jahr für Jahr unterstreichen wollen. Vielleicht spricht Festivalchef Marek Lieberberg beim kurzen Rundgang deshalb noch von Anspannung: „Noch bin ich vor allem angespannt. Nicht, weil ich befürchte, dass irgendwas passiert. Aber wenn man eben die Verantwortung trägt, dann ist man erst entspannt, wenn alle 85 000 sicher da sind, wo sie hinwollen, wenn es beginnt.“ Auch Marek Lieberberg ist begeistert vom Wetter: „Das erinnert mich an 1985“, sagt er schmunzelnd. 1985: Da erfand er „Rock am Ring“ und brachte so die Idee des mehrtägigen Open-Air-Festivals nach Deutschland. Ist ihm nostalgisch zu Mute? „Zeit für nostalgische Gefühle habe ich erst, wenn es langsam dem Ende entgegen geht.” Sagt’s und zieht weiter.
Auftakt mit Kiss
Als 1985 U2, Joe Cocker, Gianna Nannini, Chris de Burgh und Marius Müller-Westernhagen zu den Stars des ersten Festivals gehörten, waren Kiss schon Superstars. Dass sie es noch immer sind, zeigte ihr Auftaktkonzert. Mit Brimborium wurde die Retro-Aufführung der Rockmonster zelebriert – Gene Simmons streckte seinen enormen Zungenlappen heraus, Feuereffekte heizten die Stimmung auf, alles glitzerte, funkelte und strahlte. Auf Plateausohlen und im Kostüm stolzierten die älteren Herren durch ihr Repertoire. Zum Hit „I Was Made For Loving You“ schwebte Paul Stanley gar auf einer Seilbahn über die Köpfe des Publikums. Groß!
Eine Überraschung war die energiegeladene Show der H-Blockx zuvor. Vor allem Frontmann Henning Wehland zeigte sich fit wie eh und je – eine Band für die Um-die-30-Jährigen, die langsam zu den Älteren am Ring zählen.
Von Kulturredakteur Tim Kosmetschke









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