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Wein-Presse: Top oder Flop? Wie gut ist ein Wein?

Alexander Kohnen erklärt die verschiedenen Bewertungssysteme der Verkoster

2009er Bopparder Hamm Feuerlay  Riesling Spätlese trocken

Die Qualität eines Weins wird mit den Instrumenten der Sensorik gemessen. Auf welche Art diese Messergebnisse festgehalten werden sollen, ist eine umstrittene Frage. Weinqualitäten werden von Weinjournalisten und Verkostern auf unterschiedliche Arten bewertet.

Die zusammengefasste Einschätzung spiegelt sich in einer Punktbewertung wider. Bewertungssysteme lassen auf einen Blick Vergleiche zu, wobei die Fachwelt sich aber offenbar uneins ist, welches das optimale Schema dafür ist.

Der 2009er Bopparder Hamm Feuerlay Riesling Spätlese trocken präsentiert sich in der Farbe Goldgelb. Feinfruchtig duftet er nach Pfirsich, Aprikose und exotischen Früchten. Er verfügt über eine knackige Säure, ist saftig und lang anhaltend am Gaumen: 88 Punkte! Zu bestellen unter www.weingut-didinger.de für 7,90 Euro.

Jede Punktbewertung hat Vor- und Nachteile. Wichtig ist, dass man mit der entsprechenden Skala und den Präferenzen des Verkosters vertraut ist. Sie sollten sich nicht allein auf die Punktbewertung verlassen, sondern wenn möglich immer die dazugehörigen Degustationsnotizen lesen. Bei einer professionellen Verkostung ist die Beurteilung analytisch nach feststehenden Regeln, Erfahrungen und Fachwissen des Verkosters als objektiv anzusehen. Der persönliche Geschmack, also die subjektiven Kriterien und Präferenzen eines Verkosters, spielen dabei auch eine entscheidende Rolle.

RZ-Weinexperte Alexander Kohnen

Das bekannteste System ist wohl das 100-Punkte-System des amerikanischen Weinkritikers und Journalisten Robert Parker. Es ermöglicht eine starke Differenzierung und gibt gleichzeitig leicht verständlich die Qualitätseinschätzung wieder. Grob übersetzt sind 90 Punkte und mehr gleichbedeutend mit der Note "sehr gut plus", 80 bis 90 Punkte stehen für einen "guten bis sehr guten" Wein, 70 bis 80 Punkte sind "ausreichend" - darunter sind Weine meist nicht empfehlenswert.

Das 20-Punkte-System erfolgt nach dem COS-System. Hier werden Farbe (Color) Geruch (Odor) und Geschmack (Sapor) beurteilt. Für die Farbe kann ein Wein maximal zwei Punkte erhalten. Maximal sechs Punkte sind für den Geruch und höchstens acht Punkte für den Geschmack zu vergeben. Für den Gesamteindruck erhält ein Wein vier Punkte. So ergibt sich folgender Beurteilungsspiegel: Unter zehn Punkten ist der Wein nicht empfehlenswert, 10 bis 12 Punkte sind "ausreichend", 12 bis 14 Punkte "gut", 14 bis 16 Punkte "sehr gut", 16 bis 18 Punkte "ausgezeichnet", und 18 bis 20 Punkte entsprechen einer absoluten Spitzenqualität. Wenn Sie in Zukunft ihre Weine selbst bewerten möchten, dann empfehle ich Ihnen das Fünf-Sterne-System. Fünf Sterne entsprechen Ihren absoluten Favoriten - ein Stern bedeutet eine mindere Qualität.

Alexander Kohnen ist Inhaber des International Wine Institutes, Bad Neuenahr (www.iwi-edu.eu).

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