Wein-Presse: Nicht nur der Boden bestimmt das Terroir
Alexander Kohnen über einen Mythos
Was macht eigentlich die Qualität eines Weines aus? Sicherlich nicht nur die Öchslegrade, die dem deutschen Weingesetz als Maßstab dienen, oder die Qualitätsweinprüfung, die ungenügende und fehlerhafte Weine aussortiert. Es gibt viel mehr, was einen Wein ausmacht, was ihm die natürliche Geschmacksausprägung gibt, seine Seele offenbart. Gemeint ist: das Terroir!
Heute ist Terroir im Wein die emotionale Wahrnehmung der Natur auf der Zunge durch Geologie, Topografie, Klima, Boden, sowie dessen Tiefgründigkeit und Feuchtigkeit, kurz: das Zusammenspiel aller natürlichen Faktoren, die seinen Charakter geprägt haben. Alles, was ihn zu einem eigenständigen Produkt eines einzigartigen Ortes gemacht hat.
Hinzu kommen Rebsorte und Alter des Weinstocks, wie tief er verwurzelt ist, was er aus der Tiefe hervorbringt und auf jeden Fall die Hand des Winzers: wie er es versteht, aus all diesen Gegebenheiten eine Prägung zu formen, seine Erfahrung, sein Wissen, Können und Fingerspitzengefühl, seine Leidenschaft auf den Wein überträgt.
Bei Weinen der günstigen bis leicht gehobenen Preisklasse spielt der „Terroir“ in der Regel keine große Rolle. Bei diesen Weinen stehen eher die rebsortentypischen Aromen im Vordergrund. Gewürztraminer, Chardonnay oder Dornfelder liefern auch aus ganz unterschiedlichen Regionen ein sehr ähnliches Geschmacksprofil. Riesling und Spätburgunder hingegen eignen sich perfekt für authentische Weine einer bestimmten Region.









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