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Wein-Presse: Mineralwasser und Wein - die Chemie muss stimmen

Alexander Kohnen gibt Tipps für ein geschmackvolles Zusammenspiel beider Getränke

RZ-Weinexperte Alexander Kohnen

Was haben eigentlich Mineralwasser und Wein gemeinsam? Auf dem ersten Blick glaubt man: nicht viel. Bei näherer Betrachtung gibt es jedoch nicht nur Gemeinsamkeiten, sondern auch geschmackliche Abhängigkeiten.

In der Gunst der Genießer sind die beiden Erzeugnisse ganz vorn. 131 Liter Mineralwasser trinken die Deutschen pro Kopf jährlich – und der Wein- und Sektkonsum war im Jahr 2009 mit 24,3 Litern auf Rekordniveau. Außerdem haben Wasser und Wein die gleichen Qualitätsmerkmale: Herkunft, Inhaltsstoffe und Geschmack. Mineralwasser ist als Begleitung zum Wein schon aus gesundheitlichen Aspekten gern gesehen. Doch nicht alle Wassersorten schmecken gleich. Jedes Wasser enthält einen individuellen Mix an Mineralstoffen, und dies wirkt sich auf unseren Geschmackssinn aus – das wahre Weinaroma kann hervorgehoben oder verfälscht werden. Generell gilt: Der ideale Begleiter zu Wein ist ein ausgewogen mineralisiertes, natürliches Wasser – mit möglichst neutralem Geschmack und passendem Kohlensäuregehalt, welche den ausgewählten Wein unverfälscht zur Geltung bringen sollen.

Zu viele Mineralstoffe oder ein besonders hoher Einzelwert verändern den Geschmack des Rebensaftes erheblich. Ein hoher Kochsalzgehalt ist beispielsweise bei restsüßen und Extraktweinen ein Ausschlusskriterium. Auch bei anderen Mineralstoffen ist Vorsicht geboten: Während stark sulfathaltige Mineralwässer leicht säuerlich schmecken, wirken kalziumhaltige Wässer schnell metallisch.

Beim Kohlensäuregehalt im Wasser gilt: Junge und frische Weißweine mit wenig Weinsäure benötigen ein Wasser mit ausgewogenem („medium“) Kohlensäuregehalt. Gerbstoffbetonte Weiß- und Rotweine harmonieren besonders gut mit einem „naturellen“ Mineralwasser. Edelsüße Weine, wie eine Beerenauslese, benötigen ein Wasser mit viel Kohlensäure.

Was für den Wein gilt, trifft auch für ein Menü zu. Während sich kräftige Speisen wie geschmortes oder gebratenes Fleisch mit dunklen Soßen gut gegen Mineralwässer mit einem hohen Mineralstoffanteil und Kohlensäuregehalt behaupten können, ist bei zarten Geschmacksnuancen Zurückhaltung angesagt. Als perfekte Begleitung zu einem Dessert sollten Feinschmecker besonders darauf achten, dass sie ein möglichst natriumarmes Mineralwasser auswählen.

Alexander Kohnen ist Inhaber des International Wine Institutes, Bad Neuenahr (www.iwi-edu.eu).

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