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Wein-Presse: Frühlingsgefühle beim Weingenuss

Alexander Kohnen erklärt, warum sich mit der Jahreszeit das Geschmacksempfinden ändert

Der 2009er "Lenz" vom Weingut Emrich-Schönleber

Die warmen Sonnenstrahlen in der letzten Aprilwoche waren ein deutliches Zeichen: Der Frühling ist endlich da! Dass diese Jahreszeit nach anderen Genüssen verlangt als ein kalter Winter, ist verständlich. Die kräftigen und gerbstoffbetonten Rotweine bleiben im Keller, und im Glas wird es frischer, bukettreicher, knackiger und charmanter.

Dass sich unser Geschmacksempfinden ändert, hängt mit unserem Stoffwechsel zusammen, der sich auf die wärmere Jahreszeit einstellt. Wir schwitzen mehr, also steigt der Bedarf an Salzen und Mineralstoffen. Die Säureempfindlichkeit nimmt ab, und die Lust auf Obst und Salat steigt. Die Nase kommt ständig in den Genuss von Blüten-, Frucht- oder Kräuterdüften und inspiriert unseren Gaumen. Die Reizschwelle für Aromen steigt, und Düfte werden intensiver und positiver erlebt als im reizarmen Winter.

Der 2009er "Lenz" vom Weingut Emrich-Schönleber an der  Nahe ist perfekt für diese Jahreszeit! Fruchtig und floral duften die Aromen des Rieslings. Am Gaumen ist er knackig, frisch, mit einem wunderbaren Spiel von Finesse und Eleganz. Der Wein kostet 7,90 Euro ab Hof. Infos: www.emrich-schoenleber.com

Die kulinarischen Genüsse stehen vor einem saisonalen Wandel. Salat, Gemüse, Spargel, Bärlauch, Kräuter und Erdbeeren bestimmen den Menüplan zu Hause und die Speisekarten der Restaurants. Die leichte und frische Küche fordert dazu passende Weine. Frühe oder wenigstens nicht allzu spät reifende weiße Rebsorten wie Rivaner, Silvaner, Weißburgunder oder Riesling sind dabei die typischen Frühlingsboten.

Knackige Frühlingsweine sind meist harmonisch trocken, selten süß und ohnehin keine Spätlesen, sondern mit mittleren Öchslegraden ausgestattet. 11 bis maximal 12 Volumenprozent Alkohol machen die Weine verträglich und sorgen für unbeschwerte Trinkfreude.

RZ-Weinexperte Alexander Kohnen

Natürlich braucht man auch im Frühling nicht gänzlich auf Rotweine zu verzichten. Typische Vertreter sind gerbstoffarme und klassisch ausgebaute Rebsorten wie Spätburgunder, Portugieser oder Trollinger. Mit einem Hauch von Restsüße und leicht mit Kohlensäure versetzt, macht der rote deutsche Frühlingswein jedem südländischen Angebot Konkurrenz.

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