Wein-Presse: Die Rückkehr des frischen Weißen von der Loire
Alexander Kohnen über die Renaissance einer Rebsorte
Wer die Listen unserer heimischen Weinerzeuger aufmerksam liest und bei Jungweinpräsentationen neue Rebsorten probieren möchte, findet immer häufiger eine weiße Traubenart, die aus dem südlichen Frankreich kommt. Die Rede ist vom Sauvignon blanc, der in Frankreich nach seinem Gebiet an der Loire benannt wird.
Sancerre oder Pouilly Fumé stehen auf dem Etikett und versprechen einen filigranen Wein, der von kräuterartigen Düften und einer frischen Säure geprägt ist.
Der 2009 Sauvignon blanc trocken von Anette Closheim ist hellgelb und leicht perlend. Sehr fruchtgeprägt präsentiert sich der Wein im Aroma. Am Gaumen brillieren feine Säuren, mineralische Noten und ein deutlicher Nachhall. Der Wein wird für 8,90 Euro pro Flasche unter www.zumwohle.info zum Kauf angeboten.
Als Verschnittpartner der Sémillon-Traube verleiht die Sorte auch verschiedenen Kult-Weinen Frische und Kraft. Exemplarisch sind die edelsüßen Gewächse von Graves und Sauternes im Bordeaux zu nennen. Von hier aus startete die Sorte eine Weltkarriere. Vor allem in Übersee fand die Rebe beste Bedingungen - etwa in Kalifornien und Chile, aber auch in Australien, Südafrika und nicht zuletzt in Neuseeland. Sauvignon blanc ist inzwischen nach dem Chardonnay die zweitwichtigste weiße Sorte weltweit.
Angesichts des sich abzeichnenden Klimawandels entdecken unsere Winzer den Sauvignon blanc als Alternative zum Riesling. Was auf den ersten Blick als Mode erscheinen mag, ist eigentlich ein Comeback: Die bereits vor 150 Jahren im schwäbischen Remstal verbreitete alte Landrebsorte Muscat-Sylvaner kehrt als Sauvignon blanc nach Deutschland zurück, besonders nach Rheinhessen und zur Nahe. Gab es hierzulande vor sechs Jahren noch kaum Angaben über die Bepflanzung von Sauvignon blanc, wurden 2008 bereits mehr als 440 Hektar ausgewiesen. Sortenrein ist der Sauvignon blanc meist blass gelblich und ergibt einen frischen Wein mit eigenwilligen, pikanten Johannis- und Stachelbeeraromen. Häufig sind auch grüne Paprikanoten, frisch gemähtes Gras oder Brennnessel als Aromen wahrzunehmen. Am Gaumen verfügt die Rebsorte über einen unnachahmlichen Mineralton mit präsenter Säurestruktur.









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