Wein-Presse: Die Qualität des Bio-Weins kann sich inzwischen sehen lassen
Alexander Kohnen über den ökologischen Weinbau
Biolandbau auf Vormarsch: Die ökologisch bewirtschafteten Flächen mit Acker- und Grünland, Gemüse-, Obst-, und Weinbau wachsen in diesem Jahr auf insgesamt 36 500 Hektar in Rheinland-Pfalz. Discounter, Supermärkte und Reformhäuser bieten massenhaft Erzeugnisse aus biologischem Anbau an.
Da ist Landwirtschaftsminister Hendrik Hering besonders zufrieden: Im europäischen Vergleich ist das Preis-Leistungs-Verhältnis dabei unschlagbar. Gerade die Weinqualitäten wird immer vorbildlicher. In den frühen Bio-Jahren hatte sich in den Köpfen vieler Weinfreunde festgesetzt, dass die Tropfen aus organisch-biologischem Anbau sauer und oft sogar unsauber sind. Das war wohl auch Realität. Viele Betriebe mussten dazu lernen, denn Bio-Anbau ist mehr als der Verzicht auf chemisch-synthetische Insektizide, Herbizide, Fungizide oder Mineraldünger.
Wesentliches Ziel des organisch-biologischen Weinbaus ist, die natürliche Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und zu steigern. Ein Biowein setzt nicht auf Menge, sondern auf Qualität. Entwickelt wurden die Konzepte des ökologischen Weinbaus in den 1960erJahren; ab den 80ern prägten verschiedene Bioanbauverbände mit unterschiedlichen Regeln den Anbau. Seit 1991 gibt es eine einheitliche EU-Verordnung, nach deren Richtlinien alle Betriebe arbeiten müssen, die ihren Wein mit „Öko“ oder „Bio“ deklarieren. Regelmäßige Kontrollen sichern höchste Qualität mit größtmöglicher Nachhaltigkeit. Das Ergebnis sind schwefelarme, ausgereifte und schmackhafte Weine, die der konventionellen Konkurrenz in nichts nachstehen.
Heute kultivieren in Deutschland einige Hundert Winzerbetriebe ihre Rebstöcke ökologisch. Mit steigender Tendenz bewirtschaften sie knapp sechs Prozent der deutschen Weinbergsfläche. Allein in Deutschland gibt es insgesamt über 100 Biomarken und Ökosiegel. Für den Weinbau sind die bekanntesten Bio-Anbauverbände Ecovin, Bioland und Bioveritas. Die heimischen Weine aus ökologischem Weinbau decken aber nur ein Viertel der deutschen Nachfrage. Der Rest wird importiert. Bioweine aus Deutschland sind wegen des niedrigeren Ertrages bei höherem Aufwand an Arbeitszeit noch etwas teurer als vergleichbare europäische Weine. Allerdings lohnt es sich, nicht auf den einzelnen Cent zu schauen.
Alexander Kohnen ist Inhaber des International Wine Institute in Bad Neuenahr (www.iwi-edu.eu)









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