Wein-Presse: Deutschland ist Weltmeister - im Sekttrinken!
Alexander Kohnen über den Winzersekt
Sekt wird nirgendwo auf der Welt so viel genossen wird wie hier in Deutschland. Über 335 Millionen Liter wurden im vergangenen Jahr bei feierlichen Anlässen oder einfach „nur so“ getrunken. Sekt ist wie Wein ein in den Weinbergen gewachsenes Naturprodukt. Doch das charakteristische Perlenspiel geht erst aus einer zweiten Weingärung hervor. Hinter dem Korken verbirgt sich ein in vielerlei Hinsicht sinnlicher Genuss. Denn das, was da in aller Ruhe in tiefen Kellern beim Winzer heranreift, verführt mit einem anregenden Duft und beschwingt mit seinem Prickeln.
Der Weg eines Winzersekts beginnt bereits bei den Trauben eines bestimmten Ursprungs. Nicht nur, dass bei der Sektherstellung ausschließlich deutscher Wein verwendet wird, der Wein stammt garantiert aus der jeweils angegebenen Lage. Die gleiche Gewissheit betrifft Rebsorte und Jahrgang. Die vom Erzeuger selbst hergestellten Winzersekte werden ausnahmslos nach der klassischen Flaschengärung erzeugt. Dieses Verfahren, bei dem der Grundwein in der Originalflasche bleibt, dauert mindestens zwölf Monate. Davon muss der Sekt neun Monate auf der Hefe liegen, um bei der zweiten Gärung möglichst viele Aroma- und Geschmacksstoffe aufzunehmen. Da der Begriff der „méthode champenoise“ seit vielen Jahren den Erzeugnissen aus der Champagne vorbehalten ist, erhält Sekt, der nach diesem Verfahren hergestellt wird, in Deutschland die Bezeichnung „traditionelle“ oder auch „klassische Flaschengärung“.
Die ideale Trinktemperatur liegt für weiße und rosé Sekte bei 6 bis 8 Grad Celsius. Auch wenn der Knall ein nahendes Vergnügen ankündigt – eine Freude ist es für den Sekt nicht. Der Druckverlust bringt die Flasche zum Überschäumen, was Ihren Genuss dann oft um einige Gläser schmälert. Halten Sie den Verschluss gut fest, drehen Sie die Flasche und lassen Sie den Druck mit einem leisen Zischen entweichen.
Übrigens: 1902 wurde die Schaumweinsteuer zur Finanzierung des Kaiser-Wilhelm-Kanals und der kaiserlichen Kriegsflotte eingeführt. Heute beträgt die Abgabe 1,02 Euro je 0,75-Liter-Flasche und füllt so das Staatssäckel jährlich mit rund 450 Millionen Euro.
Alexander Kohnen ist Inhaber des International Wine Institutes, Bad Neuenahr (www.iwi-edu.eu).









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