Jetzt ist jetzt: Christina Stürmer im Interview
Freuen Sie sich, dass Österreich nächstes Jahr wieder am Eurovision Song Contest teilnehmen will?
Stürmer: «Ich freue mich, dass Österreich wieder an den Start geht. Aber in den vergangenen Jahren war es ja eher so, dass es da um Politik der einzelnen Länder gegangen ist. Lena hat in diesem Jahr erstmals gezeigt, dass es auch anders laufen kann. Das fand ich persönlich sehr cool, weil sie eben nicht in dieses nullachtfünfzehn Schema - blonde lange Haare, tiefer Ausschnitt, aufgebrezelt - reinpasst. Sie kommt sehr normal rüber. Aber ich bin mir noch nicht sicher, ob das dann immer so ist, oder ob das Politische im nächsten Jahr dann doch wieder reinspielt.»
Könnten Sie sich vorstellen, für Ihr Land an den Start zu gehen?
Stürmer: «Eine Teilnahme fällt für mich eigentlich flach. Ich bin da schon angesprochen worden, aber ich finde das schwierig. Denn mich gibt es in dieser Form seit sieben Jahren, ich habe viel zu viel zu verlieren. Lena ist hingegen quasi aus der Stefan-Raab-Sendung gerade neu geboren worden. Beim Song Contest ist es einfach so: Entweder Du gewinnst oder Du verlierst, denn als Zweitplatzierter ist es schon so, als ob Du Letzter wärst. Und die Chancen sind halt eben sehr gering, das ist mir zu gewagt.»
Wie hat der Erfolg Ihr Leben verändert?
Stürmer: «Das Leben ist jetzt einfach viel spontaner. Wenn andere Leute montags Wochenbeginn haben, habe ich oft weniger zu tun, weil sich Konzerte oft am Wochenende abspielen. Das Leben ist auch viel schneller, ich muss heute oft sehr schnell Entscheidungen treffen. In der Buchhandlung, wo ich vorher gearbeitet habe, war ich nicht die Chefin und habe keine Entscheidungen treffen können. Und jetzt bin ich auf einmal von der Angestellten zur Chefin geworden und hab da eine Crew, die ich behüten muss.»
Interview: Carola Frentzen, dpa









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