Jetzt ist jetzt: Christina Stürmer im Interview
Wien (dpa) - Erst vor zwei Wochen ist die österreichische Popsängerin Christina Stürmer («Fieber») als Wachsfigur für Madame Tussauds verewigt worden, jetzt ist ihre neue Single erschienen.
Der Song «Wir leben den Moment» ist die erste Auskopplung aus ihrem sechstem Studioalbum «Nahaufnahme», das in drei Wochen herauskommt. Zudem sind zahlreiche Fernsehauftritte geplant, bevor die 28-Jährige im Dezember auf Tour geht. Ein arbeitsreicher Herbst - doch daran ist Stürmer gewöhnt, seitdem sie 2003 an der ORF-Castingshow «Starmania» teilnahm und zu einem der beliebtesten Popstars der Alpenrepublik avanciert ist.
Im dpa-Interview in Wien erklärte sie kürzlich, wie sich deutsche von österreichischen Fans unterscheiden und warum sie nicht am Eurovision Song Contest teilnehmen will.
Worum geht es in Ihrem neuen Song?
Stürmer: «Es passieren manchmal so schlimme Dinge im Leben, wenn jemand aus dem Freundeskreis eine Krankheit diagnostiziert bekommt oder womöglich sogar stirbt. Solche Sachen verändern das Leben. Und nachher denkt man dann: Wieso habe ich mich vorher nicht öfter mit der Person getroffen? Das Lied geht genau darum: Dass man nämlich den Moment mehr genießen und nicht zu sehr in der Vergangenheit leben soll. Jetzt ist jetzt.»
Haben Sie Stücke ihres neuen Albums «Nahaufnahme» selbst geschrieben?
Stürmer: «Ein komplettes Lied selbst geschrieben habe ich nicht. Wir haben das so gemacht wie beim letzten Album: Wir haben ein Songwriter-Team mit ungefähr zehn Leuten. Da gibt es ständigen Kontakt, wir haben uns oft gemailt und uns getroffen und dann die Feinheiten besprochen, damit am Ende alles zu 100 Prozent passt. Ich möchte nicht, dass da was ist, wo ich denke: Das würde ich so nicht sagen oder das passt nicht. Ich habe überall meine Finger im Spiel gehabt, aber zum Selberschreiben fehlt mir einfach die Zeit.»
Unterscheidet sich das neue Album musikalisch von den bisherigen?
Stürmer: «Es ist wieder ein Jahr vergangen, wir haben wieder neue Dinge erlebt, haben andere Sachen ausprobiert - aber es ist immer noch deutschsprachiger Pop-Rock, und nicht plötzlich Sakralpunk.»
Im Dezember gehen Sie auf Tour. Gibt es einen Unterschied zwischen dem österreichischen und dem deutschen Publikum?
Stürmer: «Es ist nur eine kleine Tour, wir spielen fünf Konzerte in Deutschland, zwei in Österreich und eins in der Schweiz. Kleine Unterschiede gibt es da schon. Der Österreicher wartet prinzipiell mehr ab, checkt erstmal, ob es ihm gefällt und wippt dann zunächst ein bisschen mit dem Kopf. Der Deutsche hingegen ist einfach schneller da, irgendwie etwas leichter zu begeistern. In Österreich dauert es manchmal länger, bis der Funke überspringt.»










Diesen Artikel versenden