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„Rock am Ring“ ist mehr als ein Festival

Nürburgring - Mit dem Konzert der Maskenrocker von Kiss beginnt am Donnerstag der längste „Rock am Ring“ aller Zeiten – zum 25. Geburtstag gönnt sich das wohl wichtigste Musikfestival Europas einen zusätzlichen Tag. So zeigt sich wieder einmal: „Rock am Ring“ ist mehr als ein Festival. Aber was macht den Reiz dieser Riesensause im Matsch wirklich aus?

„Rock am Ring“ ist mehr als ein Festival
Es geht wieder rund am Nürburgring: Morgen beginnt „Rock am Ring“ – das Musikfestival begeistert seit 25 Jahren die Fans, von denen diesmal wieder rund 85 000 erwartet werden. Sie campen, feiern und bejubeln mehr als 80 Bands.
Jens Weber

Die Taschen sind längst gepackt, die Zelte stehen bereit, die Bierdosen auch: Morgen, Donnerstag, beginnt „Rock am Ring“, das Mega-Musikfestival in der Eifel. Rund um den Nürburgring campieren mehr als 80 000 zumeist junge Musikfans und erleben im Innenfeld der Rennstrecke die Konzerte von mehr als 80 Bands. „Rock am Ring“ feiert mit dieser Ausgabe Geburtstag. Binnen 25 Jahren hat sich das Festival in der Provinz an die Spitze der europäischen Livekultur gerockt. Eine Beschreibung.

Rock am Ring ist das Fest der Rockstars: Von den Festivalmachern André und Marek Lieberberg wird erwartet, am Nürburgring eine gewisse internationale Elite der Rockmusik aufzubieten. Immer wieder kursieren in Fankreisen dieselben Bandnamen – von den Toten Hosen über die Red Hot Chili Peppers bis Green Day, Pearl Jam und Foo Fighters. Gab es in der jüngsten Vergangenheit hier und da Kritik an Headlinern (Hauptgruppen) wie Limp Bizkit, Linkin Park oder The Killers, deren Ring-Tauglichkeit im Vorfeld bezweifelt wurde, findet die diesjährige Auswahl viel Anerkennung: Kiss, Muse, Rage Against The Machine und Rammstein sind die vier Headliner, drumherum gruppiert sich die übliche Mixtur aus angesagten aktuellen Bands, Legenden wie Motörhead, deutschen Stars (Jan Delay, Sportfreunde Stiller) und Experimenten (Rockrapper Jay-Z).

Rock am Ring ist nicht Mainstream: Wer sanftere Chartmusik will, sollte sich vom Ring fernhalten. Zwar wird es bei Indiegruppen durchaus melodisch oder gar poppig, ansonsten gibt’s am Ring hart auf die Mütze. Grenzübergänge sind schwierig, erinnert sei an die waghalsige Idee, die Softrocker von Reamonn vor Metallica auftreten zu lassen – die Menge sang „Enter Sandman“ lauter als Rea seine Schmusehits.

Rock am Ring ist große Freiheit: Vier Tage lang unrasiert und fern der Heimat, weit weg von den Zwängen des Alltags und den Vorschriften der Eltern – das lockt die jungen Massen auf die Zeltplätze und vor die drei Bühnen. Festival ist Ausnahmezustand, es wird kaum geschlafen, viel getrunken, gesungen und manchmal auch gegrölt. Dabei passiert erstaunlich wenig, die Sicherheitsmaßnahmen werden immer ausgeklügelter und effektiver.

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