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Skandale: «Busen-Berlinale» und Jury-Rücktritt

Berlin (dpa) - Die 60-jährige Geschichte der Berlinale ist reich an Skandalen und Skandälchen - dabei ging es meist um Sex und Politik. dpa dokumentiert die heißesten Auftritte und aufsehenerregendsten Ereignisse.

Jayne Mansfield
Hollywood-Star Jayne Mansfield zeigte 1961auf einer Berlinale-Party unfreiwillig viel Fleisch.
DPA

1961: Der Festivaljahrgang geht als «Busen-Berlinale» in die Geschichte der Internationalen Filmfestspiele ein. «Schuld» daran ist Hollywoodstar Jayne Mansfield. Der Schauspielerin («Zu heiß zum anfassen») platzt vor versammelter Fotografenschar auf einer wilden Party das Kleid.

1970: Erstmals in der Berlinale-Geschichte wird der Wettbewerb abgebrochen. Auslöser ist der Film «o.k.» des deutschen Regisseurs Michael Verhoeven über die Vergewaltigung eines Mädchens durch US-Soldaten - das erhitzt zu Zeiten des Vietnamkriegs die Gemüter. Die Jury unter Vorsitz des US-Regisseurs George Stevens zerstreitet sich über die Frage, ob das Werk «unamerikanisch» ist. Am Ende tritt die Jury zurück. Um «schwierige, sperrige und alternative» Filme zu zeigen, wird 1971 das Forum des Internationalen Jungen Films gegründet.

1976: Die Polizei beschlagnahmt den japanischen Film «Im Reich der Sinne» wegen Pornografie-Verdachts. Unter einem Tarn-Titel wird der Film in einer heimlichen Vorführung dennoch gezeigt.

1979: Die sozialistischen Staaten verlassen protestierend das Festival. Grund ist der amerikanische Vietnam-Kriegsfilm «The Deer Hunter - Die durch die Hölle gehen» mit Robert De Niro. Die Ostblockdelegationen sehen in dem Film das vietnamesische Volk beleidigt und reisen ab. Das Festival wird mit den restlichen Teilnehmerländern fortgesetzt

1986: Jury-Präsidentin Gina Lollobrigida versucht vergeblich, die Auszeichnung des RAF-Films «Stammheim» von Reinhard Hauff mit dem Goldenen Bären zu verhindern, den sie als «lousy film» - miesen Film - bezeichnet.

2000: «Leomania» in Berlin. Tausende weibliche Fans lauern tagelang «Titanic»-Star Leonardo DiCaprio auf. Der Hollywoodschauspieler, der mit Oma und Mama zum Festival kommt, stellt seinen Film «The Beach» vor. Seinen Anhängerinnen macht er es nicht leicht: In drei Hotels gleichzeitig hat er sich Zimmer reservieren lassen, so dass kreischende Mädchen überall in der Stadt anzutreffen sind.

2001: Mit der Verleihung des Goldenen Bären an das provozierende Erotik-Drama «Intimacy» des Franzosen Patrice Chéreau beweist die Jury Mut. Wegen seiner teils drastischen Sex-Szenen ist der Film umstritten. Festivalchef Moritz de Hadeln kontert: «Pornografie? Wo leben wir denn. Die Berlinale ist nicht der Vatikan.»

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