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  • Region Neuwied: Schöne Landschaft, teils trostlose Stadt

    Was denken unsere Leser über die Region, in der wir leben? Wir haben diese Frage bei Wer-kennt-Wen.de (WKW) in unserer Gruppe „Rhein-Zeitung Kreis Neuwied“ gestellt und zahlreiche Antworten erhalten.

    Die Weinberge in Leutesdorf. Foto: Jörg Niebergall
    Die Weinberge in Leutesdorf.
    Foto: Jörg Niebergall - Niebergall

    Kreis Neuwied - Wir leben da, wo andere Urlaub machen. Dass wir uns dieser Tatsache häufiger bewusst werden sollten, sagen viele der Diskussionsteilnehmer in unserer WKW-Gruppe. Sie schwärmen von der Landschaft und den idyllischen Orten an Rhein und Wied. Aber es ist nicht alles eitel Sonnenschein: Gerade die nächtlichen Zustände in der Stadt Neuwied gefallen einigen Mitgliedern gar nicht.

    So schön es am Rhein auch ist – der Lärm, den die Bahn verursacht stört.
    So schön es am Rhein auch ist. der Lärm, den die Bahn verursacht stört.
    Foto: Creativ

    So schreibt beispielsweise Silke Zerres ironisch, dass sie es als Frau „traumhaft“ findet, wenn sie nach Feierabend um 23.30 am Moltkeplatz auf das AST-Taxi warten muss. Die vielen perspektivlosen Jugendlichen und sehr vielen Alkoholkranken schockieren sie nach eigener Aussage. „Ich wünsche mir, dass man diese Problematik in der Stadt mit klaren Worten und Taten angeht“, sagt sie.

    Dass es im Kreis Neuwied viele idyllische Fleckchen gibt, betonten die meisten WKW-Gruppenmitglieder. Dazu zählt auch die Ölmühle in Waldbreitbach.
    Dass es im Kreis Neuwied viele idyllische Fleckchen gibt, betonten die meisten WKW-Gruppenmitglieder. Dazu zählt auch die Ölmühle in Waldbreitbach.
    Foto: Niebergall

    Bianca Bald pflichtet ihr bei. „Neuwied war mal toll. Vor knapp zehn Jahren bin ich täglich in die Stadt gefahren, um mein Eis zu essen. Heute bekomme ich das Grausen, wenn ich hin muss. Schade!“, schreibt sie und legt nach, dass die Stadt Neuwied „tot“ sei. Als Beispiel nennt sie den Weihnachtsmarkt, den sie als trostlos bezeichnet.

    Ähnliches schreibt Wolfgang B. Der gebürtige Koblenzer lobt zwar seinen Wohnort Engers als beschauliches Städtchen mit sehr lebhaften Mitbürgern, findet die Stadt Neuwied aber nicht ansprechend. „Es fehlt mir an Flair: einfach zu trist, zu kühl, ungepflegt auch.“

    Etwas anders sieht es Ute Jung. „Wir sitzen im Sommer sehr oft vor dem Al Castello in der unteren Schlossstraße. Super Essen, man wird nett bedient. Das ist das schöne Bild der Stadt Neuwied. Das gibt es schließlich auch noch!“, hält sie dagegen und findet Unterstützung bei Corinna Falkenbach, der der Stadtflohmarkt am Neuwieder Rheinufer gut gefällt. „Der hat einen ganz eigenen Charme. Wer da kein Schnäppchen macht, ist selbst schuld“, meint sie. 

    Positives wie negatives findet Jenny Wunsch. Sie bemängelt die schlechte Busanbindung in Dürrholz und Linkenbach und vermisst einen Tante-Emma-Laden im Dorf. Dagegen findet sie die Ruhe, die Wälder und das Dorfleben „irgendwie toll“.

    Das würde Oliver Kaefer wohl sofort unterschreiben. Er betont, dass ihm die Gegend und ihre Freizeitangebote so gut gefallen, dass er es sich niemals vorstellen könnte, irgendwo anders als im Umkreis von 30 Kilometern um Koblenz herum zu wohnen. Ähnlich gut gefällt es Ruth Hirsch in Anhausen. Nette Menschen, kirchliche Aktivitäten, aktives Vereinsleben und eine herrliche Natur, die auch Hund Wotano gefällt, sind die Vorzüge, die sie aufführt. 

    Auch Cornelia Kroes betont den hohen Freizeit- und Erholungswert. „Irgendwo ist immer etwas los, aber genauso gut sind Erholung und Entspannung pur möglich“, schreibt sie begeistert. Das wiederum schränkt Jeanette Schmidt etwas ein. „Wenn ich in Leutesdorf in unserem Garten sitze, und über mir die Weinberge sind, dann denke ich, wie schön es hier ist. Doch dann kommt ein Zug oder ein Lkw vorbei, und ich bin zurück in der lauten Realität“, schildert sie ihr Umfeld.

    Fazit: Die Medaille hat immer zwei Seiten. das trifft auch auf die Meinungen unserer Gruppenmitglieder über den Kreis Neuwied zu. (ulf)

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