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  • Oberelbert: Dorfladen hat sich bewährt

    Meist bestehen Einkaufsmöglichkeiten nur noch an zentralen Standorten in Großmärkten. In vielen kleineren Orten gibt es keine Geschäfte mehr. In Oberelbert wurde ein anderer Weg eingeschlagen, der sich nunmehr seit zehn Jahren bewährt. Im Dorfladen finden die Bürger alles für den täglichen Bedarf. und noch einige zusätzliche Dienstleistungen.

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    Carmen Pollmann ist fast ein Jahr Pächterin des Dorfladens in Oberelbert. Ortsbürgermeister Karl Jung zieht eine positive Bilanz seit der Eröffnung vor rund einem Jahrzehnt.
    Carmen Pollmann ist fast ein Jahr Pächterin des Dorfladens in Oberelbert. Ortsbürgermeister Karl Jung zieht eine positive Bilanz seit der Eröffnung vor rund einem Jahrzehnt.
    Foto: Debusmann

    Oberelbert - Kurz vor Feierabend huschen noch rasch einige Bürger in Oberelbert in den Dorfladen, um die letzten Einkäufe zu tätigen. Mit Tüten und voll gepackten Taschen treten sie wenig später den Heimweg an.

    Doch nicht nur zu später Stunde ist das Geschäft gut frequentiert. Zwischen 160 und 200 Kunden bedient Cornelia Pollmann täglich, pro Woche sind es mehr als 1000. Vor zehn Monaten hat sie die 109 Quadratmeter Verkaufsfläche im Anbau der Stelzenbachhalle von der Ortsgemeinde gepachtet. „Ich habe die Entscheidung noch keine Sekunde bereut“, erzählt sie strahlend. Zeit für ein Schwätzchen hat die junge Frau, die aus Oberelbert stammt und jetzt in Montabaur lebt, auch meistens für ihre Kundschaft.

    Ein Jahrzehnt besteht der Dorfladen gerade. Im Jahr 2000 wurde das Achteck eingeweiht, aus eigener Kraft finanziert, wie Ortsbürgermeister Karl Jung betont. Neben dem Geschäft, das die Grundbedürfnisse der Einwohner weitgehend deckt, sind die anderen Räume auf der unteren Ebene von einer Bankfiliale und einer Gaststätte belegt. In der oberen Etage hat die Gemeindeverwaltung ihren Sitz. Inzwischen schreibt die Kommune mit dem nicht gerade alltäglichen Projekt über die Pachteinnahmen sogar schwarze Zahlen, wie der Ortschef hervorhebt.

    Begonnen hat alles vor geraumer Zeit mit der Überlegung, wie die Grundversorgung der Bürger gesichert und die Infrastruktur verbessert werden kann. Seit Mitte der 1970er-Jahre gab es im Ort nämlich keinen Lebensmittelladen mehr und um die Jahrtausendwende war zudem klar, dass sich der Abschied der Poststelle im Ort abzeichnete. So kam es zum Anbau an die Stelzenbachhalle mit den verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten.

    „Nach Anlaufschwierigkeiten hat sich die Investition rentiert“, zieht Karl Jung ein Fazit nach einem Jahrzehnt. Bei den Pächtern fiel zweimal ein Wechsel an. „Mit der jetzigen Lösung sind wir auf einem guten Weg“, schätzt er die Lage ein. Doch ganz zufrieden ist der Ortschef mit der Situation noch nicht. Mehr Kooperationspartner stellt er sich vor und vor allem eine aufgeschlossenere Haltung der Post sieht er als wünschenswert an. Bisher erwirbt die Pächterin auf eigene Kosten Briefmarken, die sie dann an ihre Kundschaft weiterverkauft. „Sie bietet damit eine Dienstleistung an, mit der sie keine eigenen Einnahmen erzielt“, erklärt er.

    Seit einigen Wochen hat der Dorfladen mit einer Lotto-Toto-Annahmestelle ein zusätzliches Standbein. Das ist ein weiterer Schritt, zu einem möglichst breit gefächerten Angebot. Hermesversand und Reinigungsservice gibt es schon und werden gut angenommen. Kooperationen mit Metzgern und Bäckern bestehen ebenfalls. Dazu kommt das Lebensmittelsortiment.

    Nicht nur die inzwischen rund 1170 Bürger in Oberelbert schätzen das Geschäft, sondern zur Kundschaft zählen auch schon Menschen aus den Nachbarortschaften, erzählt Carmen Pollmann von ihrem Einzugsgebiet. Die Leute zieht es nicht nur dorthin, wenn sie etwas in den Großmärkten vergessen haben. Vor allem zahlreiche ältere Menschen nutzen es für ihren gesamten Einkauf. Für viele Einwohner ist es auch ein Treffpunkt. Der Laden läuft so gut, dass die Inhaberin inzwischen stundenweise eine Mitarbeiterin beschäftigt. Die Öffnungszeiten sind auf sieben Tage verteilt. inklusive der frischen Brötchen am Sonntag.

    Es gibt aber einen Wermutstropfen: Der Ortsgemeinderat beschloss gerade, eine Alarmanlage im Laden einzubauen. Innerhalb von drei Jahren erfolgten nämlich einige Einbrüche. Christel Debusmann

     

    Warum sich unsere Autorin diesem Thema gewidmet hat, erklärt sie wie folgt: „Ich finde das Thema interessant, weil in vielen Orten darüber diskutiert wird, einen Dorfladen einzurichten. Oberelbert hat das Experiment gewagt. Der Mut der Ortsgemeinde wurde belohnt. Das Dienstleistungskonzept funktioniert.“

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