Markus Wilmsmann: Kein Titel
Markus Wilmsmanns Beitrag zu unserem Schreibwettbewerb: „Ein Kurzgeschichten-Autor für unsere „Lobo-RZ“.
Er blickte mehr der Ordnung halber auf den Bildschirm. Alles wie gehabt, der fünfte Tag ohne das Internet. Weltweit weg. Keine Erklärung, keine Klarstellung. Es war nicht nur das Internet, sämtliche elektronischen Geräte gaben von Dann auf Jetzt ihren Geist auf. Es klopfte an Jasons Tür. Seine Mutter, es war Essenszeit.
Niemand wusste, wie spät es genau war, doch die Natur hatte bereits ihr Lid geschlossen und den Planeten auf der Seite verdunkelt, auf der Jason lebte. Alles wurde nun wieder per Hand betrieben, was auch für ihn ein tägliches Holz holen und hacken bedeutete. Holz, das ihnen nun Licht in dem dennoch schläfrig gedämmten Wohnzimmer spendete. „Was ist, keinen Hunger?“ Fragte sein Vater, als er bemerkte, wie Jason in seinem Essen herumstocherte.
„Lass mich in Ruhe!“ Entgegnete er seinem alten Herrn. Die Frustration galt eigentlich nicht seinen Eltern. Ihm fehlte das Internet, das Fernsehen, die Beschäftigung, das einfache einrieseln auf seinen Geist. Etwas, das ihm das Gefühl gab nicht völlig abgeschottet zu sein.
Doch eigentlich hatte er Glück. Wüsste er, welch ein Mord und Todschlag sich gerade mal ein paar Kilometer entfernt in der Stadt ereignete, würde er sich glücklich schätzen auf der alten Farm ruhig vor sich her zu leben. Völlig außer sich kam sein Vater einst aus der Stadt zurück. Ohne auch nur ein Wort zu sagen, was er dort erlebte, verordnete er die Ausgangssperre. Das Essen in wenigen Sekunden herunter gewürgt, stand Jason auf und ging zurück auf sein Zimmer.
Was geschah hier? Warum gab sämtliche Elektronik auf einmal ihren Geist auf? Routiniert setzte sich Jason wieder vor den Computer, drückte den Powerknopf und starrte auf den Bildschirm. Nichts geschah. Enttäuscht lehnte er sich in seinem Stuhl zurück. Was war das!? Ein plötzlicher Lichtstrahl. Elektrizität! War sie wieder da? Überschwänglich sprang sein Herz in die Luft. Doch der Monitor ging noch immer nicht. Und noch mehr überraschte ihn auf einmal ein Gedanke: Sie hatten gar keine Laternen oder ähnliches vor dem Haus, welches solch ein Licht verursachen könnte.
Ein schnelles Trappeln stürmte an seinem Zimmer vorbei. Auch wenn es ungewöhnlich auf dem Dorf war, doch einen Hund hatten sie nicht. In ihm stieg Nervosität auf. Das Blut in seinem Körper sankt beinahe komplett in seine Beine. Die Finger kalt, die Pupillen noch mehr geweitet, als das es die Dunkelheit, die nur durch eine winzige Kerze zurückgedrängt wurde, eh verlangte. Langsam erhob er sich von seinem Stuhl und nahm die Kerze. In seinem Verstand kreiste immer wieder die Frage: Sollte ich mich schnell oder langsam bewegen? Doch die angespannte Starre in seinen Gliedern ließ sich eh nicht lösen.

























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