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  • Google-Augen spähen die Naheregion aus

    Kreis Bad Kreuznach - Haben sie das Google-Kamera-Auto schon gesehen? In diesem und im kommenden Monat soll es laut Unternehmensangaben im Landkreis Bad Kreuznach unterwegs sein und Fotos machen für den in Deutschland noch nicht eingerichteten Internet-Dienst „Street View“ (dt.: Straßenansicht). Mit den später zusammengesetzten Fotos lässt sich mithilfe des Google Kartendienstes Maps so durch Dörfer und Städte navigieren, als sähe man die Häuserfronten von der Straße aus. Volker Lorenz (SPD), der Beigeordnete der Verbandsgemeinde Bad Kreuznach, will das nicht und ruft in privater Initiative dazu auf, dass Bürger Widerspruch bei Google einlegen.

    Kreis Bad Kreuznach - Haben sie das Google-Kamera-Auto schon gesehen? In diesem und im kommenden Monat soll es laut Unternehmensangaben im Landkreis Bad Kreuznach unterwegs sein und Fotos machen für den in Deutschland noch nicht eingerichteten Internet-Dienst „Street View“ (dt.: Straßenansicht). Mit den später zusammengesetzten Fotos lässt sich mithilfe des Google Kartendienstes Maps so durch Dörfer und Städte navigieren, als sähe man die Häuserfronten von der Straße aus. Volker Lorenz (SPD), der Beigeordnete der Verbandsgemeinde Bad Kreuznach, will das nicht und ruft in privater Initiative dazu auf, dass Bürger Widerspruch bei Google einlegen.

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    „Fotos unerwünscht“, heißt es oft, wenn Googles Street-View-Auto um die Ecke kommt. Allerdings hat der Internetriese durchaus das Recht, den öffentlichen Raum zu fotografieren.
    „Fotos unerwünscht“, heißt es oft, wenn Googles Street-View-Auto um die Ecke kommt. Allerdings hat der Internetriese durchaus das Recht, den öffentlichen Raum zu fotografieren.
    Lorenz' Hauptbedenken: Einbrecher. Die könnten den neuen Google-Dienst bequem nutzen, um damit ihre Tour zu plane. Er mobilisiert daher Bürger aus seinem Heimatdorf Biebels heim wie auch den umliegenden gemeinden, die Widerspruchsmöglichkeit gegen Street View zu nutzen. Keine Probleme hat Lorenz mit Fotografien anderer Art: Nutzerkreis und Art der Aufnahmen seien entscheidend. Schließlich verliere man ja auch ein Stück Intimspähre – gerade bei Street View. Er vermutet gar, dass Google Teleskopmasten nutze, die über die angegebenen 2,50 Meter Kamerahöhe hinaus gingen.

    Ebenfalls kritisch gegenüber Street View äußerte sich Bundestagsabgeordnete und parlamentarische Staatssekretärin Julia Klöckner (CDU) in einem Beitrag für das Magazin „The European“: „Ich halte es für einen erheblichen Eingriff in die Privatsphäre, wenn Unternehmen flächendeckend Aufnahmen von Häusern und Gärten machen, um diese Fotos und Adressen anschließend weltweit zu vernetzen und zu vermarkten.“

    Was darf und kann Street View?

      Darf Google einfach Häuser fotografieren?

      Ja. Häuser haben keine Persönlichkeitsrechte. Sind Passanten auf den Bildern zu sehen, haben sie nur dann Rechte am Bild, wenn sie nicht als zufälliges „Beiwerk“ gelten. Eine Verpixelung von Häusern, Kennzeichen oder Gesichtern, wie von Google angeboten, ist nicht verpflichtend.

      Ist Street View nicht ein Hilfsmittel für Einbrecher?

      Jein. Sicher, per Street View kann man sich am Rechner die Straßensicht von Häusern ansehen Allerdings sind die Daten immer Monate alt.

      Können Street-View-Daten mit anderen verknüpft werden?

      Ja. Technisch ist es jetzt schon ein leichtes, eine Adresse auf einer x-beliebigen Webseite mit einem Link zu Google-Maps zu verknüpfen, das diese Adresse auf der Karte anzeigt. Street View ist eine Erweiterung des Kartendienstes.

      Ich will das alles nicht. Wie kann ich mich schützen?

      Legen Sie bei Google (und anderen Diensten) schriftlich Widerspruch gegen das Abfotografieren ihres Hauses ein. Seien sie sich aber bewusst, dass gerade nicht zu sehende Häuser Interesse von falscher Seite wecken können. Falls Sie einen Vorgarten haben: Pflanzen Sie hohe Hecken oder bauen Sie einen hohen Zaun. Gehen Sie sorgsam mit ihren Daten um – egal wo. Das gilt nicht nur für Facebook, Wer kennt wen und andere Netzwerke, sondern im Zweifel auch für das Telefonbuch.
    Klöckner, die sich im Falle Googles über mangelnden Datenschutz beschwert, stimmte im vergangenen Jahr sowohl dem BKA-Gesetz, dem Netzsperrengesetz als auch dem Gesetz zur Vorratsdatenspeicheruzng zu – so meldet es die Seite abgeordnetenwatch.de. Alle drei Gesetze sind laut Datenschützern Instrumente, die die Privatssphäre der Bürger stark einschränken (können).

    Auch der innenpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Carsten Pörksen, befürwortet strengere Regeln für Street View. So unterstützte er die Hamburger Bundesratsinitiative, laut derer Hausbesitzer Einspruch gegen das Abbilden ihres Gebäudes im Internet einlegen dürfen.

    Derweil gibt es im Netz ganz andere Initiativen: So will eine Gruppe von Street-View-Freunden all jene Häuser abfotografieren und online stellen, deren Nutzer dies Google untersagen. Sie organisieren sich über doodle.com. Im Bereich Rheinland-Pfalz haben sich zehn Aktive gemeldet, darunter einer mit dem auf Bad Kreuznach deutenden Namen „MisterXausKH“.

    Doch auch andere sind längst dabei, das zu tun, was ihnen die Rechtsprechung erlaubt: Fotos, die im öffentlichen Raum aufgenommen wurden und dabei Gebäude oder Straßenzüge zeigen, zu Gesamtansichten zu verquicken und sie in das Netz zu stellen.

    Der Kölner Dienst Sightwalk hat ein sehr ähnliches Konzept wie Street View, ist aber derzeit auf deutsche Großstädte beschränkt. Microsoft bietet per Suchdienst Bing! leicht seitlich aufgenommene Luftbilder mit Karten verknüpft an. Stefan Butz

     

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