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  • Biene Maja, erzähle uns von dir

    Westerwaldkreis - Ein Toast mit Butter und goldenem Honig – kann es einen besseren Start in den Tag geben? Bis aber der Honig auf dem Frühstückstisch landet, ist es ein weiter Weg für die Bienen und ihre Imker.  Die WZ zeichnet ihn nach. Und beleuchtet auch die große Gefahr, die Maja und Willie droht.

    Honig ist süß, lecker und gesund. Um ihn herzustellen, leisten die Bienen Schwerstarbeit. Ein Volk – im Sommer besteht es aus bis zu 70 000 Tieren – stellt jährlich im Schnitt 30 Kilo Honig her. Gute Völker bringen es sogar auf bis zu 70 Kilo. Die meisten Imker im Westerwald vermarkten ihren Honig selbst. So auch Peter Bräuer aus Giesenhausen, Vorsitzender des Kreisimkerverbandes Oberwesterwald. 162 Imker gehören dem Verband an. 2009 kümmerten sie sich um 1075 Völker.

    Jede fünfte Honigbiene hat aber den Winter nicht überlebt. Schuld daran ist die Varroa-Milbe, ein Schädling, der in den 1980er-Jahren aus Südostasien nach Deutschland eingeschleppt worden ist. Peter Bräuer erklärt: „Die Entwicklung ist alarmierend. Ohne Imker gäbe es keine Bienen mehr. Die Völker sind durch die Milbe dem Tod geweiht.“ Die Milben nisten sich in den Wabenzellen ein und ernähren sich von den Larven, die sie anstechen. Dadurch kommt es zu Entwicklungsstörungen. Die Imker müssen ihre Völker ein bis zweimal im Jahr behandeln – nach der Honigernte im Sommer mit Ameisensäure und im Winter mit Oxalsäure. „Das tötet die Milben ab, macht den Bienen aber nichts und beeinträchtigt auch die Honigqualität nicht“, so Bräuer. „Ganz werden wir die Milbe aber nie mehr loswerden. Deswegen haben Wildbienen keine Überlebenschance.“
    Bienen sind nicht nur für die Honigernte gut. Sie sorgen für die Bestäubung von Obst und Gemüse – ohne sie würde die Nahrungsmittelproduktion einbrechen, ein volkswirtschaftlicher Schaden in kaum vorstellbaren Größe wäre die Folge.

    Hätten Sie gewusst, dass ...

      ... ein Bienenvolk im Mai bis Juni aus 50 000 bis 60 000 Arbeitsbienen, bis zu 3000 Drohnen und einer Königin besteht.

      ... eine Königin über das Geschlecht der Nachkommen bestimmen kann. Sie misst mit dem ersten Beinpaar die Zellengröße und legt in eine größere Drohnenzelle ein unbefruchtetes Ei. Dies ergibt ein Drohn und in eine kleinere Arbeiterzelle ein befruchtetes Ei, dies ergibt eine Arbeitsbiene.

      ... eine Königin ebenfalls aus einem befruchteten Ei entsteht und nur durch die Fütterung von Königinnenfuttersaft (Gelee Royale) aus den Drüsen der Arbeiterinnen zur Königin wird.

      ... eine Königin am Tag bis zu 2000 Eier legt, mehr als ihr eigenes Körpergewicht.

      ... eine Biene dreimal um die Erde fliegt, um 500 Gramm Honig zu sammeln.

    Umso besorgniserregender, dass die Imker Nachwuchssorgen haben. Im Oberwesterwald gab es 2001 noch 168 Imker mit 1400 Völkern, mittlerweile sind es sieben weniger. Werner Müller aus Bellingen wirbt mit viel Engagement für dieses interessante und nützliche Hobby. Mit Erfolg: 24 neue Mitglieder hat er in den vergangenen vier Jahren für den Ortsverein „Am Stöffel“ hinzugewonnen. Allerdings ist dieser Zuspruch leider die Ausnahme in den Westerwälder Vereinen. „Im Schnitt sind die Imker zwischen 60 und 70 Jahre alt“, betont Peter Bräuer, der Weiterbildungen für Imker organisiert und Honigobmann im Landesverband ist. Er  selbst kam 1984 durch seinen Sohn zur Imkerei. Ihn fasziniert vor allem das Zusammenleben der Insekten. „Wenn unser Staatssystem so funktionieren würde, gäbe es keine Kriege. Bei den Bienen ist alles geordnet.“ Der Giesenhausener betreut 40 bis 50 Bienenvölker.
    Das Volk der Honigbienen hat eine Königin (sie wird bis zu drei Jahre alt), im Frühjahr und Sommer bis zu 3000 Drohnen (männliche Bienen) und Tausende Arbeiterinnen. Im Sommer werden sie sechs Wochen alt, die Winterbienen überleben sechs Monate lang. Die Königin ist das einzige weibliche Geschlechtstier. Ihre wichtigste Funktion ist die Eiablage – bis zu 2000 täglich. Außerdem gibt sie chemische Botenstoffe, Pheromone, ab, über die alle Vorgänge im Bienenstock geregelt werden.
    Arbeiterinnen sind weiblich und verrichten  alle Arbeiten im Volk. Dazu zählen:  Brutpflege, Reinigungsarbeiten, Wabenbau, Honigbereitung, Pollenverarbeitung, Fluglochkontrolle und das Sammeln von Nektar, Pollen und Wasser. Die einzige Aufgabe der Drohnen ist es, Jungköniginnen zu begatten. Nur zu diesem Zweck werden sie im Volk von den Arbeiterinnen großgezogen und versorgt. Nach der Begattungszeit werden die Drohnen nicht mehr geduldet und ab Juli in der sogenannten „Drohnenschlacht“ vertrieben. Die Drohnen verenden dann außerhalb des Bienenstocks. Im Winter besteht ein überlebensfähiges Volk aus 5000 bis 10 000 Bienen. Der Imker füttert es mit Zuckerwasser an, damit es gut über den Winter kommt. Im Westerwald wird ausschließlich Mischhonig produziert. Im Frühjahr ist die Konsistenz cremig-weiß, der Sommerblütenhonig wird immer dunkler. Wie wird er gewonnen? Die vollen Waben werden vom Imker aus dem Bienenkasten entnommen, der Honig herausgeschleudert und abgeschöpft, dann wird er in der Maschine gerührt und abgefüllt. Um lagerfähig zu sein, darf der Wassergehalt 17 Prozent nicht überschreiten. Durch Zucht haben die Imker den Erntemenge in den vergangenen Jahren bedeutend erhöht. Sie achten aber nicht nur auf den Ertrag, sondern auch auf die Gesundheit der Tiere. Wichtig sind ebenfalls Sanftmut und geringe Neigung zum Schwärmen. Camilla Härtewig

    Weitere Infos gibt es bei Peter Bräuer unter Telefon 02688/8438 und bei Werner Müller unter 02663/7482. Mit der Kampagne „HonigLand“ will das rheinland-pfälzische Landschaftsministerium das Interesse für die Imkerei wecken – auch im Internet unter www.honiglandrlp.de.

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