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    Koblenz"Syndikat" beim Krimitag: Siebenmal minutenlange Spannung

    "Es wird blutig", versprach der Koblenzer Polizeipräsident Wolfgang Fromm, als er die mehr als 150 Zuhörer im Polizeipräsidium Koblenz am Moselring zu einer Krimilesung mit insgesamt sieben Autoren begrüßte. Eingeladen hatte das "Syndikat", ein Zusammenschluss deutschsprachiger Kriminalautoren, im Rahmen des Krimitags.

    Die Syndikat-Autoren des Abends (von links): Jochen Geißel, Jörg Schmitt-Kilian, Klaus Sulzbacher, Jutta Siorpaes, Ernst Heimes, Gabriele Keiser und Gerhard Starke  Foto: Christiane Hausding
    Die Syndikat-Autoren des Abends (von links): Jochen Geißel, Jörg Schmitt-Kilian, Klaus Sulzbacher, Jutta Siorpaes, Ernst Heimes, Gabriele Keiser und Gerhard Starke
    Foto: Christiane Hausding

    Von unserer Mitarbeiterin Christiane Hausding

    Mit dem 2011 ins Leben gerufenen Krimitag - der parallel auch in anderen deutschsprachigen Städten an diesem Wochenende stattfand - will das Syndikat an den Todestag des Schweizer Krimiautors Friedrich Glauser heute vor 67 Jahren erinnern. Musikalisch umrahmt wurde die von Manfred Gniffke launig moderierte Lesung, deren Erlös an die Spendenaktion der Lotto-Stiftung für Kinder mit geistiger Behinderung geht, von der Polizisten-Band The Magic Blues Cops.

    Die Autoren, die an diesem Abend im Koblenzer Polizeipräsidium lasen, gehören allesamt dem Syndikat an, etwa Jörg Schmitt-Kilian. Er trug aus seinem Roman "Leichenspuren" vor, dem zweiten Teil seiner Trilogie, in dem der Polizist Tom Schneider in Koblenz ermittelt.

    Allerdings hatte er - wie seine Autorenkollegen auch - nur wenige Minuten zur Verfügung. Als Schmitt-Kilian überzog, betrat Polizist Martin Freisberg die Bühne, legte Schmitt-Kilian resolut Handschellen an und führte ihn, sehr zum Vergnügen des Publikums, kurzerhand ab.

    So hieß es "Bühne frei" für Dr. Jutta Siorpaes aus Kitzbühel, die aus ihrem Kurzkrimi "Kitzbüheler Weihnachtspunsch" las. Herrlich, wie sie dabei eine dekadente Party der sogenannten feinen Gesellschaft des noblen Skiortes beschreibt und bewusst kaum ein Klischee auslässt inklusive koksender Schnösel.

    Beklommenheit machte sich im Publikum breit, als Gerhard Starke, ein ehemaliger Koblenzer Mordermittler, das Wort ergriff. In relativ nüchternen Worten schilderte er den wahren Fall der Entführung und Tötung eines elfjährigen Mädchens, den er in seinem gemeinsamen Buch mit Christoph Kloft, "Ich musste sie töten", aufgeschrieben hat.

    Jochen Geißel und Klaus Sulzbacher hingegen entführten die Zuhörer wieder in das Reich der Fiktion und machten mit den Kostproben aus ihren Büchern "Frühblüher schneidet man später" und "Moselglut" Lust auf mehr. Während Sulzbacher mit seinem Werk "Moselglut" nicht nur einen Krimi, sondern gleichzeitig auch einen Mosel-Reiseführer präsentierte, spielt die Szene, die Ernst Heimes aus seinem Buch "Moseltalbrücke" liest, in einem Munitionsdepot in Kroatien.

    Eine echte Premiere erlebte das Publikum, als Gabriele Keiser den Prolog ihres noch nicht erschienenen Bandes "Schiefergold", dem fünften Fall der Koblenzer Kommissarin Franca Mazzari, vorstellte. Darin schildert sie auf beklemmende Weise das qualvolle Ersticken einer jungen Frau in den 1980er-Jahren, deren Ableben ihre Heldin Mazzari Jahrzehnte später lösen wird.

    Natürlich erfuhren die aufmerksam lauschenden Zuhörer an diesem Abend nicht, wer wen heimtückisch ermordet hat. Doch die kurzen Leseproben gaben einen spannenden Einblick in die vielfältige Welt des deutschsprachigen Kriminalromans, der durch Autoren unserer Region wie beispielsweise Jörg Schmitt-Kilian, Gabriele Keiser oder Ernst Heimes stark vertreten ist.

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