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  • Kommentar: Das Land braucht einen Plan B für den Islamunterricht

    Keine Frage: Muslimische Kinder müssen die Chance haben, an den Schulen islamischen Religionsunterricht zu besuchen. Das sollte bei offiziell mindestens 160.000 Muslimen in Rheinland-Pfalz eine Selbstverständlichkeit sein. Zumal der Religionsunterricht raus aus den Hinterhöfen der Moscheen gehört - und mitten hinein ins reguläre Schulsystem.

    Dietmar Brück
    Dietmar Brück

    Nur dort ist eine verlässliche, rechtsstaatliche Kontrolle möglich. Von daher ist jeder Modellversuch, der einen solchen Unterricht ermöglicht, ein Gewinn für die Gesellschaft.

    Man kann lange darüber streiten, ob der Islam zu Deutschland gehört. Ein akademischer Diskurs. Denn Fakt ist: Der Islam ist längst Teil unserer Gesellschaft. Damit muss man umgehen. Wer auf diese Entwicklung Einfluss nehmen will, ist zur Mitgestaltung aufgerufen.

    Doch hier muss man der Landesregierung unangenehme Fragen stellen. Natürlich sind die Gespräche mit den islamischen Verbänden, die zum Partner für einen regulären Religionsunterricht werden sollen, sensibel. Besagte Gruppierungen sind tendenziell eher konservativ, weil die liberalen Muslime über keinen vergleichbaren Organisationsgrad verfügen. Und viele Islamgläubige fühlen sich chronisch unter Generalverdacht gestellt, was den konstruktiven Dialog nicht einfacher macht.

    Aber Fakt ist auch: Der größte, aber auch umstrittene Moscheeverband Ditib ist keineswegs staatsfern. Er wird von der Türkei üppig bezuschusst und von der türkischen Religionsbehörde mit Imamen (Vorstehern) ausgestattet, die Staatsbedienstete sind. All das war und ist der Landesregierung lange bekannt. Ebenso die Tatsache, dass Staatsferne und Rechtsstaatlichkeit zu den Grundbausteinen einer Kooperation gehören. Dennoch wurde Ditib zum Verhandlungspartner für einen künftigen Staatsvertrag.

    Es musste zu einem Putschversuch und der Unterdrückung jeglicher Opposition in der Türkei kommen, um das Thema auf die politische Tagesordnung zu setzen. Dorthin hätte es viel früher gehört, da hat die CDU-Opposition recht. Zumal die vorliegenden Islamgutachten genug Warnhinweise gegeben haben.

    Ditib wird sich massiv bewegen müssen, um als Religionsgemeinschaft einen künftigen Islamunterricht mitverantworten zu können. Dazu gehört, dass der türkische Staat über seine Bediensteten keinen Einfluss darauf erhalten darf, welches Bild vom Islam in rheinland-pfälzischen Schulen gelehrt wird. Alles andere ist nicht vermittelbar.

    Bevor Ditib und andere Verbände die nötigen Standards erfüllen, muss die Landesregierung aktiv und zügig nach Alternativen suchen, um Islamunterricht zu gewährleisten. Andere Bundesländer machen das ebenso. Abwarten und Tee trinken hilft keinem weiter.

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