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    MainzMainzer Lebensart - hoch dosiert

    Gutenberg-Museum, Mainzer Dom und Chagall-Fenster: Unsere Landeshauptstadt ist dank ihrer Sehenswürdigkeiten immer einen Ausflug wert. Mainz besticht dazu durch seine wunderbare Mischung aus moderner Weltläufigkeit und provinzieller Gemütlichkeit. Das spürt man allenthalben, wenn man in den Straßen und Gassen rund um den ehrwürdigen Dom flaniert.

    Foto: Julia Rau

    Von unserem Redakteur Manfred Ruch

    Foto: Julia Rau

    Mainz - Gutenberg-Museum, Mainzer Dom und Chagall-Fenster: Unsere Landeshauptstadt ist dank ihrer Sehenswürdigkeiten immer einen Ausflug wert. Mainz besticht dazu durch seine wunderbare Mischung aus moderner Weltläufigkeit und provinzieller Gemütlichkeit. Das spürt man allenthalben, wenn man in den Straßen und Gassen rund um den ehrwürdigen Dom flaniert. Viele Besucher sind deshalb für immer geblieben. Doch es gibt eine gute Möglichkeit, sich diesen Mainzer Charme gleich hoch dosiert zu verabreichen, und das jede Woche aufs Neue. Machen Sie mal den Selbsttest - und besuchen Sie den Mainzer Wochenmarkt.

    Es ist für mich und für Tausende Mainzer ein Ritual, ohne das ein Wochenende kein Wochenende wäre. Klar, es gibt den Wochenmarkt auch am Dienstag und am Freitag. Aber der Samstag ist einfach das Größte. Magisch zieht es uns auf die Domplätze, wo uns von frühmorgens bis gegen 14.30 Uhr einer der schönsten Märkte in der gesamten Großregion erwartet. Prallvoll ist das Angebot an Obst, Kräutern und Gemüse, Käse und Wurst, rheinhessischem Wein, Fleisch vom Bauern um die Ecke und vielen schmackhaften Öko-Produkten aus der Region. Doch das Allerbeste ist das "Babbelwasser", von dem sowohl Marktbesucher als auch Standbetreiber reichlich getrunken haben. Wer sich darauf einlässt, für den wird der Besuch auf dem Markt ein kostenloser, stundenlanger Kurs in Entschleunigung. Auch und gerade das genießen übrigens auch viele Mainzer Touristen.

    "Seien Se froh, dass Sie so e jung Fraa habbe." Mit diesem Kompliment versüßte ein Honig-Verkäufer aus dem Stadtteil Fin-then meiner Liebsten und mir den jüngsten Marktbesuch. Wer solch eine Einladung zum "Babbeln" nicht annimmt, der ist selbst schuld. Der wird nie erfahren, dass der Imker Wolfgang Fischer eine uralte Tradition der Familie fortsetzt und dass bereits sein Opa auf dem heutigen Flugplatzgelände des Layenhofs seine Bienenstöcke aufgebaut hatte. Dass man dem Honigmann in derart familiärer Atmosphäre noch lieber seinen leckeren Waldhonig im Pfandglas abkauft, ist kaum verwunderlich. Aber versuchen Sie mal, im Supermarkt etwas über das Honigangebot zu erfahren.

    Lassen Sie sich treiben und zu einem kulinarischen Festmahl am Wochenende inspirieren. Probieren Sie hier ein Stückchen Käse, da eine Ecke von dem Kuchen aus der Öko-Backstube und dort eine Spalte vom Apfelsortiment, das auf den Obstwiesen rund um Mainz gewachsen ist. Verweilen Sie beim samstäglichen Marktfrühstück und diskutieren Sie mit den Mainzern bei einem Gläschen Wein über Gott und die Welt. Sie werden staunen, wie gut das tut.

    Der Mainzer Wochenmarkt reicht Ihnen nicht? Dann empfehle ich bei trockenem Wetter eine Anreise am frühen Morgen des 20. November. Denn an diesem Samstag ist nicht nur Markttag - am nahen Rheinufer lockt von 7 Uhr bis gegen 14 Uhr zusätzlich der Mainzer Krempelmarkt. Der ist deswegen so wunderbar, weil dort überwiegend Privatleute ihre Waren feilbieten und man dort wirklich noch ein Schnäppchen machen kann. Der Krempelmarkt wird von November bis März jeweils am dritten Samstag, von April bis Oktober am ersten und dritten Samstag eines Monats veranstaltet. Erst Krempelmarkt, dann zum Wochenmarkt mit Weck und Worscht von den Metzgern auf dem Liebfrauenplatz und danach eine kurze Einkehr in der Stille des Doms. Ich garantiere Ihnen: Danach sind Sie für einen Moment ein anderer Mensch. Vor allem, wenn Ihr Leben ansonsten aus Hektik und Stress besteht.

    Gute Verpflegung ist auf dem Mainzer Wochenmarkt kein Problem
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